Mindestens vier Tote bei Wohnhaus-Explosion im englischen Leicester

Die Explosion ereignete sich in einer Wohn- und Geschäftsstraße

Bei einer heftigen Explosion und dem anschließenden Brand in einem dreistöckigen Wohnhaus sind in der englischen Stadt Leicester mindestens vier Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Es sei nicht auszuschließen, dass es in der einsturzgefährdeten Brandruine noch weitere Opfer gebe, erklärten Polizei und Feuerwehr am Montag. Auch die Explosionsursache war noch unklar, einen Terrorakt schloss die Polizei allerdings vorerst aus.

Vier Menschen wurden nach Polizeiangaben am Montag im Krankenhaus behandelt. Einer von ihnen habe schwere Verletzungen davongetragen. Womöglich würden in dem abgebrannten Haus noch weitere Menschen gefunden, erklärte der Polizeichef Shane O'Neill.

Die Explosion am Sonntagabend hatte sich in einem dreistöckigen Gebäude einer Geschäfts- und Wohnstraße in der Nähe des Stadtzentrums von Leicester ereignet. Im Erdgeschoss befand sich ein Geschäft, darüber lag eine Wohnung mit zwei Geschossen.

Nach Feuerwehrangaben gingen kurz nach 19.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MEZ) mehrere Notrufe wegen einer Explosion und eines Brands ein. Im Internet verbreitete Fotos und Videos zeigten ein brennendes Gebäude und Schutt und Trümmer auf der Straße.

Anwohner berichteten, die Explosion sei so heftig gewesen, dass ihre Wohnhäuser gewackelt hätten. Die Explosion löste demnach ein Feuer in dem Haus aus. Die Feuerwehr war die Nacht hindurch im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

"Es war sehr beängstigend", sagte Anwohner Graeme Hudson der Nachrichtenagentur AFP. "Ich wohne fünf Minuten entfernt, aber mein Haus wackelte. Ich bin rausgegangen und habe massiven Rauch und große Flammen gesehen."

Der Augenzeuge Tahir Khan kam mit dem Auto am Explosionsort vorbei. "Ich schaute auf die Straße und das halbe Gebäude lag auf der Straße", sagte er. "Ich konnte es nicht glauben, es war wie ein Hollywood-Film."

Nach dem Löschen des Brandes machten sich Suchteams an die Arbeit, um nach möglichen Opfern oder Überlebenden des Vorfalls zu suchen. Ihre Arbeit wurde dadurch erschwert, dass die verbliebenen Gebäudeteile einsturzgefährdet waren. Den ganzen Montag lang sollten Rettungskräfte vor Ort bleiben, um mögliche Überlebende medizinisch betreuen zu können.

Sobald der Explosionsort als sicher eingestuft werde, würden Polizei und Feuerwehr die Umstände des Vorfalls genauer untersuchen, kündigte Polizeichef O'Neill an. Derzeit gingen die Ermittler nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Wegen des Vorfalls wurden mehrere Straßen in der Umgebung gesperrt. In einigen nahe gelegenen Haushalten fiel der Strom aus.