Vier Mal so viele Anträge auf Schlichtung im Postbereich bei der Netzagentur

Immer mehr Kunden beschweren sich bei der Bundesnetzagentur über die Post- und Paketzustellung - eine Mehrzahl der Unternehmen verweigert sich aber einem Schlichtungsverfahren

Immer mehr Kunden beschweren sich bei der Bundesnetzagentur über Mängel bei der Post- und Paketzustellung - eine Mehrzahl der Unternehmen verweigert sich aber einem Schlichtungsverfahren. "Das ist für die Verbraucher ein herber Rückschlag", kritisierte Behördenchef Jochen Homann am Donnerstag. Im vergangenen Jahr vervierfachte sich die Zahl der Schlichtungsanträge im Vergleich zum Vorjahr auf rund 1000. Grund dafür ist unter anderem auch der stark gewachsene Online-Handel.

Die Verbraucher beschwerten sich vor allem über beschädigte oder verloren gegangene Pakete, wie die Netzagentur mitteilte. Die Streitigkeiten kreisten demnach vor allem um Fragen der Haftung - hier ging es häufig um die Streitfrage einer ausreichenden Verpackung oder um den Versand von besonders wertvollen oder sensiblen Gegenständen, wie zum Beispiel Edelmetalle, Schmuck oder verderbliche Ware.

Die Schlichtungsstelle habe im vergangenen Jahr in 191 Fällen eine gütliche Einigung zwischen Unternehmen und Verbraucher erzielt, teilte Homann mit. In 414 Fällen lehnte der jeweilige Postdienstleister eine Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren allerdings ab.

Im Januar hatte die Netzagentur bekannt gemacht, dass im vergangenen Jahr rund 50 Prozent mehr Kundenbeschwerden eingingen als 2016. Insgesamt waren es 6100 schriftliche Beschwerden.