Vier Jahre Haft für "Vermieter des IS" gefordert

Das Pariser Strafgericht urteilt am Mittwoch über drei mutmaßliche Komplizen der islamistischen Attentäter vom November 2015. Dem Hauptangeklagten drohen bis zu vier Jahre Haft, weil er den Attentätern eine Wohnung zur Verfügung stellte

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat mehrjährige Haftstrafen für drei mutmaßliche Komplizen der Paris-Attentäter vom November 2015 gefordert. Der 31-jährige Hauptangeklagte soll nach dem Plädoyer vom Dienstag für vier Jahre ins Gefängnis, weil er den Attentätern eine Wohnung zur Verfügung stellte. Der sogenannte "Vermieter des Islamischen Staates" bestreitet, von den Anschlagsplänen gewusst zu haben. Ein Mittelsmann soll ebenfalls für vier Jahre ins Gefängnis.

Ein Cousin des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, soll sogar für fünf Jahre ins Gefängnis. Er wusste nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft von den Plänen, zeigte sie aber nicht an. Es ist der erste Prozess in Frankreich im Zusammenhang mit den Anschlägen mit 130 Toten vom 13. November 2015. Das Urteil wird noch diese Woche erwartet.

In Brüssel steht derzeit der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam vor Gericht. Die Anklage hatte für ihn am Montag 20 Jahre Haft wegen versuchten Polizistenmordes vor seiner Festnahme in Belgien im März 2016 gefordert. Einen Termin für den geplanten Prozess gegen Abdeslam in Frankreich gibt es noch nicht.