Vier Jahre Haft für chinesischen Blogger

Ein chinesisches Gericht hat den Blogger Lu Yuyu am Freitag zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Wie sein Verteidiger mitteilte, befanden ihn die Richter in der Stadt Dali in der südwestlichen Provinz Yunnan für schuldig, "Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben". Der ehemalige Wanderarbeiter und seine Freundin Li Tingyu trugen Informationen zu Streiks und Protesten zusammen und veröffentlichten sie auf Blogs im Internet sowie im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Das Paar war im Juni 2016 festgenommen worden. Lis Verbleib war am Freitag zunächst nicht bekannt. Lus Anwalt Xiao Yunyang sagte der Nachrichtenagentur AFP, sein Mandant habe auf unschuldig plädiert und werde in Berufung gehen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen verlieh den beiden vor einigen Monaten einen Preis in der Kategorie "Bürgerjournalisten".

In China haben Proteste von Arbeitern in den vergangenen Jahren zugenommen. Nach Angaben der in Hongkong herausgegebenen Publikation "China Labor Bulletin" gab es 2015 fast 2800 Arbeitskämpfe und Protestaktionen - mehr als in den vier vorangegangenen Jahren zusammen. Dabei ging es unter anderem um ausstehende Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen.