Vier Banken wollen Kunden vor Schulden aufgrund von Bitcoin-Kursschwankungen bewahren. Daher verbieten sie den Kauf per Kreditkarte.


Immer mehr US-amerikanische und britische Großbanken wollen ihre Kunden vom Kauf von Kryptowährungen abhalten. Zu den Skeptikern zählen die britische Lloyds Banking Group, die US-Banken JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup. Alle erlauben ihren Kunden keine Kreditkarten-Käufe von Bitcoins und anderen Kryptowährungen mehr.

Die Bank of America hat am Freitag Kreditkarten-Transaktionen an bekannte Kryptowährungs-Börsen eingestellt. Die Richtlinie gilt laut Institut für alle Privatkunden- und Geschäftskreditkarten. Debitkarten seien nicht betroffen. Ebenfalls am Freitag erklärte die Citigroup, dass Käufe von Kryptowährungen mit der eigenen Kreditkarten unterbunden werden. „Je nach Marktentwicklung werden wir unsere Entscheidung überprüfen“, erklärte eine Sprecherin.

JPMorgans Verbot trat am Samstag in Kraft. Man wolle das mit den Transaktionen verbundene Kreditrisiko nicht mehr schultern, hieß es. Am Montag zog dann die britische Bankengruppe Lloyds Banking Group nach. Zum Konzern gehören unter anderem die Geldhäuser Lloyds, Halifax und Bank of Scotland. Kunden sollten davor bewahrt werden, infolge der starken Kursschwankungen Schulden anzuhäufen, so eine Erklärung. Auch bei Lloyds können digitale Währungen weiter per EC-Karte gekauft werden.

Die US-Kreditkartenanbieter Capital One Financial und Discover Financial Services hatten zuvor bereits erklärt, den Kauf von Kryptowährungen über ihre Karten nicht zu unterstützen. Platzhirsch Mastercard erklärte, dass die grenzüberschreitenden Volumina in seinem Netzwerk – ein Maß für die Käufe im Ausland – in diesem Jahr um 22 Prozent gestiegen sind – unter anderem durch den Kauf digitaler Währungen. Der Trend schwäche sich mit dem Ende der Preisrally aber bereits ab, so Mastercard.


Immer mehr Privatanleger waren 2017 vor dem Hintergrund eines beispiellosen Kursgewinns von zwischenzeitlich rund 2.000 Prozent beim Bitcoin in den Markt für Kryptowährungen eingestiegen. Das Risiko eines Totalverlusts blendeten viele aus. Das Ausfallrisiko geht beim schuldenfinanzierten Kauf über Kreditkarten auf die Banken über – sie könnten auf Krediten sitzenbleiben, wenn ein Kreditnehmer falsch wettet und seine Schulen nicht zurückzahlen kann.

Eine weitere Gefahr ist, dass Diebe gestohlene Kreditkarten missbrauchen. Zunehmend greifen auch die Aufsichtsbehörden in den Markt ein und fordern die Banken dazu auf, Kundentransaktionen auf Anzeichen von Geldwäsche zu überwachen – was durch den Tausch von Dollar und Euro in digitale Münzen deutlich schwerer wird.

Die weltweit wichtigste Kryptowährung Bitcoin hat seit dem 18. Dezember mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt und ist am Freitag zum ersten Mal seit November unter die Schwelle von 8.000 Dollar gesunken. Auch andere digitale Währungen verloren inzwischen stark an Wert. Analysten führen den Kursverfall unter anderem auf zunehmende Regulierung rund um die Welt zurück, Sorgen um mögliche Preismanipulationen und einem Werbeverbot für Kryptowährungen und virtuelle Börsengänge, sogenannten ICOs, auf Facebook. Sollten nun die Käufe mithilfe von Kreditkarten einbrechen, dürfte das den Druck auf den Markt noch verschärfen.