Vier Anschläge in Afghanistan

Ein Doppelanschlag hat Afghanistans Hauptstadt Kabul erschüttert. Über die Zahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben, es werden aber wohl mehr als 20 sein, die ihr Leben verloren haben.

Der erste Anschlag galt offenbar einem Kontrollpunkt in der Nähe eines Geheimdienstgebäudes in der Gegend Shash Darak. Auch die US-Botschaft und das NATO-Hauptquartier sind in der Nähe. Nach Polizeiangaben sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit einem Motorrad in die Luft. Bei den Opfern soll es sich um Zivilisten handeln.

Dann der zweite Anschlag: Reporter eilten zum Ort der Detonation, unter ihnen offenbar auch ein als Journalist verkleideter Attentäter. Der riss noch einmal mehrere Menschen in den Tod. Wie viele Journalisten darunter waren, darüber gibt es divergierende Angaben. Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen spricht von neun getöteten Kollegen. Die Mehrzahl hat für afghanische Medien gearbeitet, aber auch der Cheffotograf der französischen Agentur AFP ist unter den Toten. Der sogenannte Islamische Staat reklamierte die Tat für sich.

Der Tod von Journalisten macht in den Medien die Runde, Journalisten berichten über Journalisten, die Botschaften westlicher Länder würdigen eilig Pressefreiheit und Menschenrechte. Aber es sind noch weitere Menschen an diesem Montag in Afghanistan gestorben. Dritter Anschlag: Nahe einer Moschee in der Provinz Kandahar, 500 Kilometer südwestlich von Kabul, zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe. Elf Kinder finden den Tod, außerdem zwei Polizisten und fünf rumänische Soldaten.

Vierter Anschlag, Provinz Nangarhar: Der Chef der Kriminalpolizei stirbt, der Vizegouverneur und drei weitere Polizisten wurden nach Angaben des Senders Tolo News verletzt.

Der Oberkommandierende der NATO in Afghanistan, John Nicholson, verurteilte die Anschläge in Kabul. Die "Feinde Afghanistans", so Nicholson, könnten nicht gewinnen.