"Vielleicht eingeschlafen": Hecking spottet über Video-Schiri

Johannes Fischer, Christoph Küppers
Dieter Hecking wird auch in der kommenden Saison Mönchengladbach trainieren

Die Krise von Borussia Mönchengladbach verschärft sich weiter. Nach der 0:1-Heimpleite gegen Borussia Dortmund haben die Fohlen nun vier Spiele in Folge ohne eigenen Treffer verloren und geraten im Kampf um die europäischen Plätze immer mehr ins Hintertreffen.

Mönchengladbach hat als einziges Team die letzten vier Bundesliga-Spiele alle verloren. Dieter Hecking durchlebte eine solche Niederlagen-Serie bisher nur als Coach des 1. FC Nürnberg (zuletzt im Herbst 2012). Eine längere Pleiten-Serie gab es für ihn als Bundesliga-Trainer noch nie.

Besonders ärgerlich: Mit ihrer beherzten Leistung im Borussen-Derby auf dem ramponierten Rasen hätten die Fohlen das dringend benötigte Erfolgserlebnis eigentlich verdient gehabt.

Und auch mit dem leidigen Thema Videobeweis hatten die heimische Borussia (mal wieder) kein Glück. In der Nachspielzeit hatte BVB-Verteidiger Sokratis seinen Gladbacher Widersacher Jannik Vestergaard im Strafraum umgerissen, doch Bastian Dankert machte keine Anstalten, sich die Szene vom Videoassistenten Wolfgang Stark in Köln zumindest noch einmal anschauen zu lassen.

Reus: "Gladbach war besser"

Ich bin ein bisschen verärgert über die letzte Aktion, wenn ich sehe, was gestern für Elfmeter gepfiffen wurden. Zumindest mal draufgucken hätte ich mir gewünscht. Dann wäre der Schiedsrichter nicht so klar in seiner Meinung gewesen, wie er getan hat. Das ist sehr ärgerlich und kommt dann auch noch oben drauf.", sagte Hecking auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Über 90 Minuten waren die Gastgeber das überlegene Team und spielten den BVB vor allem in der zweiten Hälfte an die Wand. 28:8 Torschüsse standen am Ende auf dem Zettel - und BVB-Keeper Roman Bürki stellte mit elf Paraden sogar einen Saisonrekord in der Bundesliga auf.

"In der ersten Halbzeit habe ich ein ausgeglichenes Spiel gesehen, mit dem Unterschied, dass Marco Reus ein super Tor macht. In der zweiten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir waren letzlich nicht erfolgreich, weil der Torwart sehr gut gehalten hat und wir teils zu überhastet waren", bilanzierte der Gladbacher Trainer.

Sogar Torschütze Marco Reus gab zu, dass sein Ex-Team etwas Zählbares verdient gehabt hätte. "Wir haben viel Glück gehabt, Gladbach war eigentlich die bessere Mannschaft."

Davon kaufen kann sich Gladbach allerdings nichts - und trotz des starken Auftritts wächst der Druck auf Hecking weiter. Die Fohlen, die den verletzten Raffael schmerzlich vermisste, sind mit 31 Punkten nur Zehnter und hinken den eigenen Ansprüchen weit hinterher.