Viele Tafel in Deutschland immer noch geschlossen

BERLIN (dpa-AFX) - Schlechte Nachrichten für Bedürftige: Wegen der Corona-Pandemie ist mehr als jede fünfte Tafel in Deutschland immer noch geschlossen. Das geht aus einer Auflistung des Bundesverbandes der Tafeln hervor, über die zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag) berichtete. Danach haben 211 der insgesamt 947 Lebensmittel-Ausgabestellen seit März vorübergehend dichtgemacht. Nur einige wenige geben bereits einen Termin für die Wiedereröffnung an.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann sagte dem RND, die Corona-Pandemie habe die Situation der Armen in Deutschland verschärft. "Viele Tafeln sind geschlossen, und zugleich sind einige Güter des täglichen Bedarfs rar oder teuer geworden", kritisierte sie. "In einem guten Sozialstaat bräuchte es keine private Wohltätigkeit, um grundlegende Lebensbedürfnisse zu sichern." Zimmermann forderte einen Pandemiezuschlag von 200 Euro pro Person auf Transferleistungen.

Die Tafeln versorgten nach Angaben des Dachverbandes vor der Corona-Krise regelmäßig mehr als 1,6 Millionen Bedürftige in Deutschland mit überschüssigen Lebensmitteln. Inzwischen haben viele Ausgabestellen neue Konzepte erarbeitet. So wurden nach Angaben des Dachverbandes Lieferdienste auf- und ausgebaut, die Lebensmittelausgabe wurde ins Freie verlagert, vielerorts werden Lebensmitteltüten vorgepackt, so dass die Ausgabe kontaktarm erfolgen kann.