Viele Angehörige von Demenzkranken sind mit ihrer Kraft am Ende

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Zwei Demenzkranke in einer Wohngruppe

Kraftakt Pflege: Ein Großteil der Menschen, sich sich intensiv um demente Angehörige kümmert, ist dem neuen DAK-Pflegereport zufolge mit seiner Kraft am Ende. Dies trifft auf 59 Prozent der Betroffenen zu. Fast alle fordern mehr finanzielle Hilfe

Kraftakt Pflege: Ein Großteil der Menschen, die sich intensiv um demente Angehörige kümmern, ist dem neuen Pflegereport der Krankenkasse DAK zufolge mit seiner Kraft am Ende. Dies treffe auf rund 59 Prozent der Betroffenen zu, hieß es in der am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Studie. Etwa neun von zehn pflegenden Angehörigen wünschen sich demnach mehr finanzielle Unterstützung.

Dem von den Experten der Evangelischen Hochschule Freiburg erstellten Bericht zufolge hat etwa jeder vierte Deutsche bereits Familienmitglieder mit einer Demenz begleitet. Auch im weiteren Umfeld der Erkrankten gab demnach immerhin jeder Dritte an, durch die belastende Situation häufiger erschöpft zu sein.

Uneinigkeit herrscht bei den Deutschen mit Demenzerfahrung laut DAK-Pflegereport bei der Frage nach der besten Unterbringung für erkrankte Angehörige. Etwa ein Drittel (35 Prozent) hält das eigene Zuhause für den geeigneten Ort. Rund ein Fünftel (22 Prozent) favorisiert ambulant betreute spezielle Wohngruppen und weitere etwa 16 Prozent befürworten gut geführte Pflegeheime.

Die DAK und die Freiburger Forscher wiesen vor allem auf den verbreiteten Wunsch nach einer Unterbringung in Wohngruppen hin. Die Wünsche vieler Betroffener deckten sich in vielen Regionen mangels entsprechender Angebote nicht mit der Realität, betonten sie. Nur zwei Prozent der Dementen lebten derzeit in Wohngruppen.

DAK-Vorstandschef Andreas Storm forderte vor diesem Hintergrund die Umwandlung nicht mehr benötigter Krankenhäuser in neuartige "Pflegekompetenzzentren", in denen spezialisierte Wohngruppen, Beratungsangebote für Angehörige und eine Kurzzeitpflege unter einem Dach gebündelt werden könnte. "Gerade im kommunalen und ländlichen Bereich könnte so die Pflege gestärkt werden."