Viele Alten- und Krankenpfleger in schlechtem Gesundheitszustand

Besorgniserregend viele Beschäftigte in Pflegeberufen sind einer Studie zufolge aufgrund ihrer Arbeitsbedingungen in schlechtem Gesundheitszustand. Die in Pflege- und Altenheimen arbeitenden Beschäftigten - meist Frauen - sind laut dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten BKK-Gesundheitsatlas im Schnitt rund 24 Arbeitstage im Jahr krank. Dies sind acht Tage mehr als der Durchschnitt von allen anderen Beschäftigten, der bei 16 Ausfalltagen liegt.

Neben den deutlich längeren Ausfallzeiten zeigt die vom Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) veröffentlichte Studie auch deutlich massivere psychische Folgen der Tätigkeiten. Weibliche Beschäftigte in Pflegeheimen kommen demnach auf 4,6 Krankentage wegen seelischer Erkrankungen, dies sind doppelt so viele wie die 2,3 Krankentage bei den Beschäftigten aller Branchen.

Auch stationäre Krankenhausaufenthalte wegen psychischer Diagnosen kommen signifikant häufiger bei Pflegern vor. Der Schnitt der Krankenhaustage aufgrund psychischer Erkrankungen liegt laut BKK mehr als 55 Prozent über dem allgemeinen Schnitt. Auffällig ist nach der Studie, dass sich 15 Prozent mehr männliche Pfleger als weibliche Pfleger stationär im Krankenhaus wegen der psychischen Folgen behandeln lassen müssen.

Auch der körperliche Verschleiß durch die Arbeit zeigt sich demnach im Krankenstand. Mit sieben Krankentagen bei Altenpflegerinnen gegenüber 3,7 Krankentagen im Gesamtdurchschnitt machen Muskel- und Skelettkrankheiten ebenfalls nahezu das Doppelte bei den Ausfalltagen aus. Der BKK-Gesundheitsatlas analysierte die Daten von einer halben Million Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen.