Wie viele Aktien brauchst du, um finanziell frei zu werden?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Wie viele Aktien braucht man als Investor, um finanziell frei zu werden? Zugegebenermaßen eine recht eigenwillige Frage. Grundsätzlich reichen schließlich drei, vier A-Aktien von Berkshire Hathaway aus, um für viele das Ziel der finanziellen Freiheit sehr realistisch werden zu lassen.

Aber auch aus anderer Sicht kann man die Frage eigentlich einfach halten: Wer so beispielsweise 10.000 Euro in eine Aktie investiert, die sich ver-100-facht, der kann ebenfalls schnell finanziell frei werden. Entsprechend kann die Antwort auch lauten: Bloß eine Aktie reicht. Es muss eben nur die richtige sein.

Doch wollen wir diese Frage heute aus einer Foolishen Perspektive heraus beantworten: Wie viele Aktien benötigt man, um wirklich mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis finanziell frei zu werden? Auch das könnte jedoch vom Ansatz und deiner persönlichen Risikoneigung abhängig sein.

Mit Dividendenaktien finanziell frei werden

Viele Investoren setzen dabei auf einen Weg, um finanziell frei zu werden: Sie wollen sich mithilfe von Dividendenaktien ein passives Einkommen aufbauen. Zugegebenermaßen ein ziemlich guter Weg, der außerdem das Leben in der finanziell freien Phase besser möglich machen kann. Kosten laufen schließlich weiter und das Erwerbseinkommen will ersetzt sein.

Aber zurück zum Thema: Wie viele Aktien benötigt man, um bei diesem Ansatz grundsätzlich finanziell frei zu werden? Auch hier könnte lediglich eine Aktie beziehungsweise eine Position reichen. Wer beispielsweise auf einen besonders zuverlässigen Ausschütter setzt, der in sich diversifiziert ist, kann damit natürlich das Freiheitsstadium erreichen.

Allerdings ist das mit einem größeren Risiko verbunden. Wenn diese einzelne Aktie ihre Dividende kürzt oder in Gänze aussetzt, ist das Finanziell-frei-Sein plötzlich nicht mehr aktuell. Diversifikation kann daher ein Schlüssel zum Erfolg sein, um diesem Risiko zu begegnen. Wobei bei Dividendenaktien eine qualitative Diversifikation das Risiko des Ausfalls bedeutend reduzieren kann.

Wer lediglich auf passives Einkommen aus ist, bei dem kann mehr des Öfteren auch wirklich mehr sein. Finanziell frei mit Dividendenaktien wird schließlich bloß, wer ein zuverlässiges Dividendeneinkommen über Jahre und Jahrzehnte aufbauen kann.

Mit Wachstumsaktien finanziell frei werden

Ein wenig anders sieht es womöglich aus, wenn man mit einem allgemeinen Vermögensaufbau und beispielsweise Wachstumsaktien finanziell frei werden möchte. Das Streuen der Risiken besitzt auch hier eine größere Priorität. Allerdings ist das nicht alles. Es geht häufiger darum, Chancen zu optimieren.

Das heißt, dass die Allokation und die Diversifikation womöglich chancenreicher sein sollten. Eine Wachstumsaktie, die ordentlich durchstartet, führt schließlich in einem konzentrierteren Portfolio zu einem besseren Effekt. Und mit höherem Einsatz zum finanziell freien Dasein.

Trotzdem ist ein Mindestmaß der Risikostreuung auch hier empfehlenswert. Die Investitionsthesen einzelner Aktien müssen schließlich nicht aufgehen. Hier gilt es, ebenfalls auf mehr als eine Chance zu setzen, egal wie attraktiv sie auch erscheinen mag.

Keine einfache Frage!

Wer finanziell frei werden möchte, der kann das entsprechend auch mit bloß einer Aktie schaffen. Immer mal wieder existieren solche Artikel, die zum Thema haben, dass ein Investor, der All-in gegangen ist, das geschafft hat. Das ist jedoch eher Spekulation als planvolles Investieren.

Diversifikation und Allokation sind wichtig, wobei der Ansatz und deine persönliche Risikoneigung letztlich darüber entscheiden, wie du finanziell frei werden kannst. Die eine richtige Antwort gibt es entsprechend nicht.

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