Nächste Videobeweis-Panne: DFL beruft Krisengipfel ein

Der neu eingeführte Videobeweis machte gleich am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison Probleme

Eigentlich sollte der zur aktuellen Bundesliga-Saison neu eingeführte Videobeweis für mehr Fairness und klare Entscheidungen sorgen.

Doch gleich in der ersten strittigen Situation beim Spiel der Dortmunder in Wolfsburg gab es technische Probleme. Beim Tor von Marc Bartra in der 27. Minute forderte Schiedsrichter Robert Hartmann den Videobeweis wegen einer vermeintlichen Abseitsposition an.

Doch auch die Video-Referees, die in einem abgeschottenen Raum in Köln sitzen und die Szenen mit Hilfe eines Videotechnikers und mehr als einem Dutzend Kameraeinstellungen am TV begutachten, konnten Hartmann nicht helfen.

DFL kritisiert Dienstleister Hawk Eye

Denn wie schon im Supercup zwischen dem BVB und dem FC Bayern streikte die Technik.

"Auf Grund massiver technischer Probleme des Dienstleisters Hawkeye sehen wir uns gezwungen, folgendes mitzuteilen: Der Video-Assistent kommt bei den Begegnungen TSG Hoffenheim – Werder Bremen, Hamburger SV – FC Augsburg und Hertha BSC – VfB Stuttgart nicht zum Einsatz. Bei den beiden weiteren Spielen kann bei Abseits-Entscheidungen keine kalibrierte Linie erstellt werden", teilte die DFL mit.

In einer Mitteilung auf ihrer Webseite kritisierte die DFL den Dienstleister Hawkeye und kündigte Konsequenzen an. "Für die DFL ist diese Situation nicht hinnehmbar", teilte die DFL mit. In Gesprächen mit der Geschäftsführung von Hawkeye sollen in der kommenden Woche "die Hintergründe der technischen Schwierigkeiten schonungslos offengelegt" werden, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Folge der Probleme beim Spiel in Wolfsburg: Hartmann gab das Tor, auch für den TV-Zuschauer war zunächst wegen der technischen Probleme nicht zu erkennen, ob eine Abseitsposition vorlag oder nicht.

Nach Analyse aller Zeitlupen wurde aber Hartmanns spontane Einschätzung bestätigt: Bartra stand nicht im Abseits. 

Torlinien-Technik funktioniert

Auch wenn es in Sinsheim technische Probleme mit dem Videoassistenten gab, funktionierte dafür die Torlinientechnik einwandfrei.

Ein abgefälschter Schuss von Kerem Demirbay (60.) sprang von der Unterkante der Latte knapp hinter die Torlinie. Schiedsrichter Guido Winkmann signalisierte aber sofort, dass Goal-Control erkannt hatte, dass der Ball die Torlinie nicht mit vollem Umfang überschritten hatte.