Videobeweis: DFB lädt Bundesligaklubs am 4. Dezember zu Workshop ein

Die neue Entscheidungshilfe steht bei den Fans und Klubs stark in der Kritik. Die DFB-Verantwortlichen ziehen trotzdem ein positives Zwischenfazit.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will nach den Diskussionen um den Videobeweis die Kommunikation mit den Bundesliga-Klubs weiter intensivieren. Am 4. Dezember findet auch deshalb ein Workshop mit Vertretern der Vereine in Köln statt. Das wurde am Mittwoch bei einem rund dreistündigen Medien-Workshop in Frankfurt bekannt gegeben.

Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich betonte allerdings, dass die Veranstaltung in knapp zwei Wochen "nicht ausschließlich" wegen der Diskussionen um den Videoassistent einberufen wurde. "Es war von Anfang an geplant, dass der Dialog bei diesem Projekt eine besondere Bedeutung spielen wird", sagte Fröhlich.

Geplant sei bereits von Beginn an ein "regelmäßiger Austausch" mit den Sportdirektoren beziehungsweise Managern der Vereine "zur Optimierung des Videoassistenten" gewesen.

Arbeit an der Transparenz nötig

Der Leiter des Projekts "Video-Assistent" zog nach zwölf Spieltagen ein positives Fazit, sieht aber weiter Verbesserungspotenzial. So müsse laut Fröhlich weiter an der Kommunikation innerhalb des gesamten Schiedsrichterteams (inklusive Videoassistent und Operator), aber auch an der Transparenz nach außen gearbeitet werden.

Zudem soll bei der Entscheidungsfindung nach dem Eingriff des Videoassistenten der Zeitfaktor eine noch größere Rolle spielen. "Wir müssen schneller werden, um den eigentlichen Anspruch, nämlich wenig störend in den Fußball-Prozess einzugreifen, gewährleisten zu können", sagte der ehemalige Bundesliga-Referee Jochen Drees, der in der laufenden Saison als Videoassistent in Köln eingesetzt wird. Allerdings stehe die richtige Entscheidung über allem.  

Videobeweis führt zu verbesserten Entscheidungen

Bei der Veranstaltung in Frankfurt warben die DFB-Verantwortlichen um Geduld in der Testphase des Videobeweises, stellten aber gleichzeitig klar: "Es geht mit dem Videobeweis um Längen fairer und gerechter zu als vorher", sagte der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann.

Von 36 Entscheidungen, in denen der Videobeweis griff, wurde in 27 Fällen richtig entschieden. "Neun Situationen wurden nicht korrekt gelöst", bilanzierte Fröhlich.

Zimmermann betonte, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der DFB zu 100 Prozent hinter dem Projekt stehen würden. "Und wenn es die 101 Prozent geben würde, würden wir zu 101 Prozent dahinterstehen."

Zimmermann wies darauf hin, dass man von Anfang an "im Rahmen nachjustiert" habe: "Wir haben gezeigt, dass wir Baustellen erkennen und beseitigen können." Der DFB-Funktionär verwies aber auch auf den Faktor Mensch: "Es werden immer wieder Fehler passieren", sagte Zimmermann mit Blick in die Zukunft.