Nach Video-Rot: Schiedsrichter Tobias Stieler räumt Zweifel ein

Der DFB hat seine Anweisungen beim Thema Videobeweis offenbar angepasst. Damit soll der zuletzt harten Kritik beigekommen werden.

Schiedsrichter Tobias Stieler sieht die heftige Kritik aus dem Lager von Bundesligist SC Freiburg nach der umstrittenen Roten Karte gegen Caglar Söyüncü im Derby beim VfB Stuttgart (0:3) als teilweise berechtigt an. "Wenn ich es mir noch einmal anschaue mit einem gewissen Abstand und in Ruhe überwiegen vielleicht die Zweifel", sagte der Unparteiische bei Sky Sport News HD.

Stieler hatte nach einem Handspiel von Söyüncü zunächst auf weiterspielen entschieden. Nach einem Hinweis von Video-Assistent Felix Zwayer und Ansicht der TV-Bilder stellte er den Freiburger vom Platz. "Es gibt Argumente für beides, wahrscheinlich wäre für das Spiel Gelb besser gewesen", sagte Stieler: "Aber auf dem Feld in dieser kurzen Zeitspanne und mit Unterstützung war ich für Rot, dazu stehe ich auch jetzt."

Freiburgs Trainer Christian Streich hatte sich danach bitter beklagt. "Ich habe keine Ahnung, warum sie das mit uns machen, aber die Bundesliga ist ein großes Geschäft - und wir gehören nicht zu den Großen", sagte er unter anderem. Er sei "fassungslos", es sei "langsam ein bisschen absurd", was in Sachen Videobeweis mit seinem Klub geschehe: "Uns steht das Wasser bis zum Hals mit acht Punkten, da eine Rote Karte zu geben - ich kann nichts mehr dazu sagen."