Video: Gewalt auf den Straßen von Javanrud im Iran, Angriffe in Kurdengebieten auch im Irak

Video: Gewalt auf den Straßen von Javanrud im Iran, Angriffe in Kurdengebieten auch im Irak

Die Vereinten Nationen haben die zunehmend harte und tödliche Niederschlagung der Massenproteste im Iran verurteilt.

"Der Mangel an Rechenschaftspflicht für grobe Menschenrechtsverletzungen im Iran hält an", so Jeremy Laurence, Sprecher des UN-Hochkommissars für Menschenrechte am Dienstag.

Besonders besorgniserregend sei die offensichtliche "Weigerung der Behörden, die Leichen der Getöteten freizugeben."

An diesem Dienstag führten iranischen Revolutionsgarden erneut Luftangriffe auf Stellungen im Nachbarland Irak aus. Ziel seien Stellungen kurdischer Separatistengruppen gewesen, wie iranische Medien, die der Regierung nahe stehen, berichteten.

Teheran wirft den kurdischen Gruppen im Nordirak vor, die landesweiten Proteste gegen die Regierung und das islamische Herrschaftssystem im Iran zu unterstützen.

Im Iran kommt es seit dem Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini vor mehr als zwei Monaten zu Protesten. Die junge Kurdin wurde wegen Verstoßes gegen die strenge Kleiderordnung, die Frauen im Iran dazu verpflichtet, in der Öffentlichkeit einen islamischen Schleier zu tragen, verhaftet.

Die Behörden prangern in der Regel "Unruhen" an, mehr als 400 Menschen kamen bereits ums Leben, über 16.000 Personen wurden festgenommen.

In einem Video der Menschenrechtsorganisation Hengaw sind Menschen auf den Straßen der kurdischen Stadt Javanrud zu sehen. Den Angaben zufolge schießen Sicherheitskräfte dabei mit scharfer Munition auf Demonstrierende.

Die Angriffe in Javanrud erfolgten einen Tag, nachdem Sicherheitskräfte mit Militärfahrzeugen in die westliche Stadt Mahabad vorgedrungen waren. Auch dort waren Regierungstruppen tödlich gegen Demonstranten vorgegangen.

Auch in Katar sind die Proteste ein Thema

Nach der Niederlage der iranischen Fußball-Nationalmannschaft gegen England in Katar berichten Medien im Iran, die Spieler hätten zu stark unter Druck gestanden seitens der Bevölkerung im Iran.

Zahlreiche Menschen im Iran hatten der Mannschaft vor dem Turnier ihre Unterstützung entzogen, nachdem sich das Team mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi getroffen hatte.

Allerdings nutzen die Spieler die Gelegenheit vor Anpfiff und blieben beim Singen der iranischen Nationalhymne stumm - was als Unterstützung der Demonstrant:innen im Iran gilt.