Video von blutigem japanischen Walfang im Südpolarmeer veröffentlicht

Die Umweltorganisation Sea Shepherd hat nach jahrelangem Ringen mit der australischen Regierung die Veröffentlichung eines Videos von der blutigen japanischen Waljagd erwirkt

Die Umweltorganisation Sea Shepherd hat nach jahrelangem Ringen mit der australischen Regierung die Veröffentlichung eines Videos von der blutigen japanischen Waljagd erwirkt. Die Organisation veröffentlichte am Dienstag die Aufnahmen aus dem Jahr 2008, die von einem Patrouillenboot des australischen Grenzschutzes im Südpolarmeer gemacht worden waren. Zu sehen ist, wie japanische Walfänger mehrere Meeressäuger töten und deren Kadaver aus dem vom Blut der Wale verfärbten Wasser hieven.

Die australische Regierung habe dieses Video jahrelang zensiert, kritisierte der Leiter von Sea Shepherd, Jeff Hansen, in einer Erklärung. "Der wichtigste genannte Grund war, dass die Bilder dieses schrecklichen Massakers den diplomatischen Beziehungen zu Japan schaden würden." Damit habe die australische Regierung entschieden, "sich auf die Seite der Wilderer zu stellen, statt die Wale des Südpolarmeers zu verteidigen".

Sea Shepherd hatte 2012 vom australischen Grenzschutzministerium die Freigabe des Videos gefordert und dies mit dem Recht auf Informationsfreiheit begründet. Die Regierung lehnte das Ansinnen aber mehrfach ab und begründete dies mit möglichen negativen Auswirkungen auf "internationale Beziehungen". Auf Antrag der Tierschützer schaltete sich schließlich Australiens Informationskommissar ein, der die Freigabe des Videos verfügte.

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 den kommerziellen Walfang verboten. Japan nutzt jedoch ein juristisches Schlupfloch und beruft sich bei der Waljagd auf die wissenschaftliche Erforschung der Wale. Tokio hat dabei nie verhehlt, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan verzehrt wird.

Im Jahr 2014 hatte der Internationale Gerichtshof geurteilt, dass Japan die Ausnahmen des Walfangmoratoriums missbrauche. Daraufhin setzte das Land die Jagd ein Jahr aus. Ab Ende 2015 brachen jedoch erneut japanische Walfangschiffe auf.