VfB Stuttgart: Jens Keller, Slaven Bilic und Marcel Koller sind Kandidaten auf die Nachfolge von Hannes Wolf

Wer bei der Aufstiegsfeier im letzten Frühjahr dabei war, der spürte eine neue Kraft beim VfB Stuttgart . Es hatte sich wieder ein Band zwischen Verein und Anhang gebildet, eines, das robust wirkte. Doch dieser neue Geist wird spätestens jetzt auf eine ganz harte Probe gestellt. Die Architekten der Bundesliga -Rückkehr sind weg, der Existenzkampf hat in Stuttgart erneut begonnen - und die Fahndung nach dem Retter läuft auf Hochtouren.

Hannes Wolf, von Tausenden im Mai 2017 frenetisch gefeiert und mit enormen Beliebtheitswerten in der Stadt versehen, ist seit Sonntag Geschichte. Der VfB läuft schneller als gedacht Gefahr, wieder in alte Muster zu verfallen. Die optimistischen Pläne, die neuen finanziellen Möglichkeiten durch die Ausgliederung der Profiabteilung - im Moment nicht von Belang. "Der Klassenerhalt steht über allem", sagte Sportvorstand Michael Reschke, der inzwischen selbst Skepsis erfährt.

Tuchel und Weinzierl wollen nicht zum VfB

Nur, welcher Trainer garantiert den Verbleib in der Bundesliga? Markus Weinzierl hat schon abgelehnt , schreibt die Bild , Thomas Tuchel zeigte laut Süddeutscher Zeitung gleich beim Erstkontakt keine Ambitionen. Dennoch dreht sich das Karussell mit einer stattlichen Anzahl an Kandidaten: Jens Keller, Slaven Bilic oder Marcel Koller gehören wohl dazu. "Der Neue muss in der Lage sein, schnell einen persönlichen Zugang zu den Spielern zu finden", betonte Reschke.

Zu Spielern, die nach einem Sieg und einem Remis aus den letzten acht Ligaspielen verunsichert sind. Zu einem Kader, der unausgewogen scheint, auch, weil sowohl der beim Anhang ebenfalls sehr beliebte frühere Sportchef Jan Schindelmeiser als auch Reschke ihre Spuren darin hinterlassen haben. Überdies hat Reschke ein Glaubwürdigkeitsproblem, weil ihm etwa die Art der Abwicklung des Transfers von Aufstiegsheld Simon Terodde zum 1. FC Köln angelastet wird.

Michael Reschke VfB Stuttgart 29102017

Von der Euphorie des letzten Frühjahrs ist also praktisch nichts mehr übrig und Reschke fallen jetzt Aussagen auf die Füße, wonach die VfB-Mannschaft viel zu gut sei, um abzusteigen. Dabei zeigt die aktuelle Situation gerade gefährliche Parallelen zu der von vor zwei Jahren, die eben im Abstieg mündete. Das Duell am Samstag beim Tabellen-13. VfL Wolfsburg (15.30 Uhr im LIVE-TICKER ) hat auch deshalb einen wegweisenden Charakter.

Mario Gomez appelliert an das Umfeld

Und besonders im Blickfeld wird dann VfB-Rückkehrer Mario Gomez stehen, in der Hinrunde noch Kapitän bei den Wölfen. Er hat zur Lösung des großen Offensivproblems beim VfB noch nicht beigetragen, findet bislang keine Bindung, aber alarmierende Worte . "Wir sind ein Abstiegskandidat, dessen muss sich hier jeder bewusst sein. Nicht nur die Spieler, sondern auch alle drumherum", sagte er direkt nach dem ernüchternden 0:2 gegen Schalke 04.

An der Mentalität der Mannschaft liegt die bedrohliche Lage seiner Einschätzung nach allerdings nicht. "Diese Frage geht mir auf die Eier, ich kann diese Diskussion nicht nachvollziehen", machte Gomez deutlich. Wille und Aggressivität seien vorhanden. Jetzt aber braucht der VfB dringend einen Trainer, der das zielführend einsetzt.