VfB ringt FCK nieder - Nürnberg siegt knapp

VfB Stuttgarts Daniel Ginczek gleicht per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 aus

Endlich ein Sieg jenseits der Ländle-Grenze: Der notorisch auswärtsschwache VfB Stuttgart kann doch noch fern des eigenen Stadions gewinnen - wenn auch "nur" beim Zweitliga-Schlusslicht.

Nach fünf Auswärtspleiten in fünf Punktspielen setzte sich der Bundesligist in der 2. Runde des DFB-Pokals 3:1 (1:1) beim 1. FC Kaiserslautern durch.

"Wenn du zum Betzenberg fährst, ist es nie leicht", so VfB-Trainer Hannes Wolf. "Dann geht das Spiel los, wir haben eine klare Chance, nutzen sie nicht, und verschenken dann ein Tor. Dann war es klar, dass es ein schweres Spiel wird."

Daniel Ginczek (20.) per Foulelfmeter, Chadrac Akolo (66.) und Simon Terodde (72.) trafen für den Bundesliga-Rückkehrer, der nach zwei Jahren wieder das Achtelfinale erreicht hat. Zudem darf sich der VfB über die Prämie in Höhe von 637.000 Euro freuen.

Auf wen Stuttgart in der nächsten Runde (19./20. Dezember) trifft, entscheidet sich am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) bei der Auslosung. Für den FCK war Lukas Spalvis erfolgreich (7.).

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"Es ist zwar nicht die Bundesliga, sondern nur der Pokal, es ist trotzdem schön, auswärts einmal gewonnen zu haben", sagte VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler zum Erfolg: "Das tut uns gut, und vielleicht ist auswärts nun auch der Knoten geplatzt."

Pavard patzt vor Gegentor

Vor 28.322 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion hatten die Gäste bereits in der 3. Minute zwei große Möglichkeiten zur Führung. Zunächst scheiterte der Japaner Takuma Asano an FCK-Torwart Jan-Ole Sivers, im Nachschuss traf der Argentinier Emilio Insua den Pfosten.

"Es war ein Spiel mit vielen Emotionen. Wir gehen in Führung und haben die Möglichkeit zum zweiten Tor. Das wäre wichtig gewesen", sagte Lauterns Coach Jeff Strasser. "In der zweiten Halbzeit hat Stuttgart den Druck erhöht. Trotz der Niederlage muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment für ihre Mentalität machen."

Auf der Gegenseite machte es Spalvis besser. Der Litauer nutzte einen Patzer des Stuttgarter Verteidigers Benjamin Pavard zur Lauterer Führung.


Die Stuttgarter, die ohne Kapitän Christian Gentner, Dennis Aogo, Marcin Kaminski, Carlos Mane, Matthias Zimmermann und Anastasios Donis auskommen mussten, waren aber nicht lange geschockt. In der 15. Minute parierte Sievers gegen Ginczek. Doch auch die Pfälzer hatten durch Baris Atik eine große Möglichkeit zum zweiten Treffer (16.).

Ginczek trifft vom Punkt

Vier Minuten später traf dann der VfB. Nach einem Foul des 19 Jahre alten Joel Abu Hanna an Asano zeigte Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) auf den Punkt. Ginczek verwandelte souverän.

Nach dem Ausgleich stellten die Stuttgarter ihre bessere Spielanlage unter Beweis, Ginczek vergab die Möglichkeit zur Führung (30.).

Auf der anderen Seiten konnten die Gastgeber, bei denen Kapitän Daniel Halfar, Mads Albaek und Kacper Przybylko fehlten, durch ihre Kampfkraft überzeugen.

Die Mannschaft des neuen Trainers Jeff Strasser hatte in der 36. Minute zwei Chancen zum zweiten Tor durch Spalvis und Atik. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verfehlte FCK-Verteidiger Stipe Vucur per Kopf nur knapp sein Ziel.

Das Remis zur Pause ging in Ordnung - vor allem die Roten Teufel spielten weit besser als zuletzt. Wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel vergab der Kongolose Akolo eine gute Möglichkeit für Stuttgart (46.).

In der 57. Minute reagierte VfB-Trainer Hannes Wolf und brachte Torjäger Terodde für Innenverteidiger Holger Badstuber. Danach nahm der Druck des Bundesligisten zu - Akolo und Terodde trafen.

Nürnberg mit Mühen

Der viermalige DFB-Pokalsieger 1. FC Nürnberg hat unterdessen mit einem Pflichtsieg das Achtelfinale erreicht. Der Zweitligist siegte am Mittwoch beim Drittliga-Tabellenletzten VfL Osnabrück nach frühem Rückstand in der 2. Runde mit 3:2 (1:1).

Letzter verbliebener Drittligist im Wettbewerb ist somit der SC Paderborn, der am Dienstag zu Hause den VfL Bochum (2:0) ausgeschaltet hatte.

Nürnberg hatte in Osnabrück vor 14.000 Zuschauern anfangs große Probleme - besonders mit Marcos Alvarez. Der von Dynamo Dresden gekommene Stürmer verwandelte einen Foulelfmeter zur Führung des Außenseiters (4.) und traf wenig später mit einem Fernschuss die Querlatte (15.).

Mikael Ishak erzielte den Ausgleich (38.), der Torjäger traf in seinem siebten Pflichtspiel in Serie. Das 1:2 durch Tim Leibold (51.) konterte Christian Groß (63.), Enrico Valentini (73.) traf zum Sieg für den FCN. Osnabrück beendete das Spiel nach einer Roten Karte gegen Furkan Zorba (76./Notbremse) in Unterzahl.

Osnabrück hatte sich dennoch wenig vorzuwerfen. Der abstiegsbedrohte Drittligist ging hart in die Zweikämpfe und versuchte, die individuell klar besseren Gäste zu verunsichern. Mit zunehmender Spielzeit allerdings setzte sich die Klasse des Favoriten durch.