Wen angeln sich Porsche und Audi?

Wen angeln sich Porsche und Audi?
Wen angeln sich Porsche und Audi?

Die Königsklasse kann sich auf den VW-Konzern freuen.

Konzernchef Herbert Diess, der in München geboren wurde und dort an der TH studiert hat, hat gerade erst offiziell bestätigt, dass der Konzern mit seinen Marken Porsche und Audi spätestens 2026 in die Formel 1 einsteigen wird. Es gilt dabei als sicher, dass Porsche als Sponsor -und Technikpartner zu Red Bull und deren Nachwuchsteam AlphaTauri stößt und dort vier Autos an den Start bringt.

Audi will mit einem eigenen Team antreten und spricht deshalb mit mindestens vier Mannschaften – Aston Martin, McLaren, Williams und Alfa Romeo. Aston Martin gilt dabei als Favorit für eine Mehranteils-Beteiligung der Ingolstädter. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

VW will aber nicht nur dabei sein, sondern auch mitbestimmen. Besonders, was die Beteiligung deutscher Fahrer in der Königsklasse betrifft. „Ich gehe davon aus, dass wir versuchen werden, in unseren zwei Teams sicher auch deutsche Fahrer zu beschäftigen“, bekräftigte Diess.

Wer aber könnten die Piloten sein? Sport1 stellt sie vor und analysiert die Situation.

Sebastian Vettel (34): Der viermalige Weltmeister fährt im Moment bei Aston Martin. Sein Vertrag läuft Ende dieses Jahres aus. Er macht eine Verlängerung unter anderem davon anhängig, wie konkurrenzfähig er in Zukunft sein kann. Der Einstieg von Audi und Porsche könnte ihm den Motivationsschub geben, noch einmal richtig anzugreifen. Möglich wäre beispielsweise ein Audi-Dreamteam bei Aston Martin mit Vettel und dem spanischen Superstar Fernando Alonso (40). Dass Alter kein Hindernis ist, superschnell Auto zu fahren, beweist der Weltmeister von 2005 und 2006 gerade wieder: Bei Alpine-Renault bringt er in jedem Rennen Weltklasseleistungen. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Auch bei Red Bull bietet sich durch Porsche plötzlich die Möglichkeit, dass die Österreicher ihren erfolgreichsten Piloten aller Zeiten zurückholen. Vettel gewann mit Red Bull von 2010 bis 2013 vier Titel in Folge, bevor er 2015 zu Ferrari wechselte. Bei Red Bull läuft der Vertrag von Sergio Perez Ende dieses Jahres aus. Ein Team Max Verstappen und Sebastian Vettel würde Fans, Vermarktern und VW gefallen. Allein: Ob Vettel genau wie Alonso im Jahr 2026 noch Formel 1 fahren will, weiß nur er selbst. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

NICO HÜLKENBERG (34): Der Emmericher gilt als schnellster Ersatzmann der Welt, seit er 2019 keinen Vertrag mehr als Stammfahrer in der Formel 1 erhielt. Für ihn spricht außer seiner Erfahrung und des hohen Grundspeeds: Er ist bereits Ersatzpilot bei Aston Martin. Und er hat blendende Kontakte zu Red Bull und Porsche. Mit Porsche gewann er 2015 die 24 Stunden von Le Mans. Red Bull verhandelte Ende 2020 mit ihm, entschied sich aber dann für den Mexikaner Perez. Für den Red-Bull eigenen TV-Sender fungiert Hülkenberg seitdem als von allen Seiten extrem geschätzter F1-Experte. „Ich fühle mich fit und bin für kommende Aufgaben bereit,“ sagt Hülkenberg zu Sport1. Im Moment nutzt er die rennfreie Zeit als Teambesitzer. Unter dem Namen „27X by Nico Hülkenberg“ bringt er ein eigenes Team in einer neuen Rennserie für Elektroscooter an den Start.

Wehrlein und zweimal Schumacher: die deutschen Youngsters

PASCAL WEHRLEIN (26): Der Schwabe gilt als extrem großes Talent. 2015 wurde er mit Mercedes jüngster DTM-Meister aller Zeiten. 2016 fuhr er mit Manor und Sauber in der Formel 1 und sorgte trotz unterlegenem Material für Highlights wie einen achten Platz beim GP von Spanien in Barcelona. Für ihn sprechen zwei Dinge. Erstens: Er ist als Porsche-Werksfahrer in der Formel-E-WM am Start. Sein Sieg beim Rennen in Mexiko war der erste Porsche-Triumph in der Elektroserie. Mehr noch: Wehrlein war auch beim Klassiker in Monaco auf Siegeskurs, bevor ein technischer Defekt sein Rennen beendete.

Was indes kaum bekannt ist: Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko wollte Wehrlein für sein Nachwuchsteam (damals noch Toro Rosso) verpflichten. Sport1 weiß: Im Juli 2017 gab es deshalb sogar ein Abendessen zwischen Marko und Wehrlein in der Heidelberger Altstadt während des Deutschland GP in Hockenheim. Aus politischen Gründen bekam damals aber der Thailänder Alex Albon das Cockpit. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

MICK SCHUMACHER (23): Der Sohn des Rekordweltmeisters fährt in diesem Jahr seine zweite Saison in der Formel 1 beim US-Team Haas. Der Meister der Nachwuchsklassen Formel 3 und Formel 2 ist bisher noch ohne WM-Punkte und muss sich in erst mal gegen den bärenstarken Teamkollegen Kevin Magnussen (Dänemark) durchsetzen. Für Audi und Porsche müsste er sich allerdings von Ferrari trennen. Schumacher ist Teil des Juniorprogramms der Italiener. Für ihn spricht: das Alter, das Talent und nicht zuletzt der große Name.

David Schumacher (20): Der Cousin von Mick und Sohn von Ralf Schumacher ist das Küken der potentiellen F1-Anwärter. David, dem einige in seiner Kartzeit einen noch größeren Grundspeed als Cousin Mick nachsagten, debütiert in dieser Saison in der DTM. Dort fuhr er vergangenes Wochenende in Portimao seine ersten beiden Rennen. Obwohl er ohne Punkte blieb, hinterließ er eine Duftmarke. Schumi IV sammelte Führungskilometer, aber noch mehr überzeugte er durch hohes Tempo. Sein Teamkollege bei Mercedes, Lucas Auer, glaubt deshalb an ihn. Auer, Sieger des ersten Rennens, zu Sport1: „David muss noch lernen. Aber er hat einen unglaublichen Speed, da ist er schon voll dabei. Er hat es auf jeden Fall drauf.“ Noch hat der Jüngste aus der Schumacher-Dynastie wenig Erfahrung. Aber die bekommt man mit der Zeit. Für ihn spricht: Das junge Alter, viel Talent und wie bei Cousin Mick natürlich auch der legendäre Name.

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