Vettels Kampfansage an Hamilton: "Es ist noch nicht vorbei"

Sebastian Vettel will in Mexiko den vorzeitigen WM-Titel von Lewis Hamilton verhindern

Ferrari-Star Sebastian Vettel und Max Verstappen haben Lewis Hamilton auf dem Weg zum WM-Titel zunächst die Show gestohlen.

Vettel sicherte sich mit seinem letzten Versuch durch eine Zauberrunde noch die Pole Position zum Großen Preis von Mexiko (So., ab 20 Uhr im LIVETICKER) und verwies den bis dahin superstarken Max Verstappen im Red Bull noch auf Platz zwei.

Hamilton geht als Dritter ins Rennen und kann sich dann mit Platz fünf schon vorzeitig zum Weltmeister krönen.

"Das war eine Hammerrunde. Ich freue mich sehr auf das Rennen", sagte Vettel, dem die Pole nach all den Rückschlägen zuletzt sichtlich gut tat: "Wir müssen schauen, was morgen passiert. Ich werde attackieren, das Renntempo sollte stimmen. Ferrari verdient ein gutes Ergebnis, aber das liegt nicht allein in meiner Hand." 

Für den Heppenheimer war es die 50. Pole seiner Formel-1-Laufbahn und die vierte der Saison.


Verstappen kommt ohne Strafe davon

Verstappen kam derweil mit einem blauen Auge davon. Die Rennkommissare hatten untersucht, ob der Niederländer möglicherweise Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil blockiert hat - die Stewards kamen jedoch zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall war.

"Er hat meine Runde ruiniert", wetterte Bottas zuvor. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko stellte sich bei Sky dagegen vor seinen Fahrer: "Wir haben Max informiert, dass Bottas kommt. Er ist absolut an den linken Rand gefahren. Wo hätte er noch hin sollen?!"

Bereits vor einer Woche in den USA wurde Verstappen für ein umstrittenes Manöver bestraft und verlor daraufhin seinen dritten Platz.


Hamilton kann Titel im Rennen holen

Trotz des kleinen Rückschlags im Qualifying hat Hamilton beste Chancen, am Sonntag vor 115.000 Zuschauern auf dem Highspeed-Kurs in Mexiko-Stadt Weltmeister zu werden.

Der Brite geht nach seinem Sieg zuletzt in den USA mit 66 Punkten Vorsprung auf Vettel ins drittletzte Saisonrennen, ihm ist sein vierter WM-Titel kaum noch zu nehmen. Selbst wenn Vettel gewinnen sollte, reicht dem 32-Jährigen in Mexiko schon ein fünfter Platz zur Krönung aus eigener Kraft.

Doch mit Rechenspielen beschäftigt sich Hamilton nach eigener Aussage gar nicht, er möchte den Titel mit Stil einfahren. "Ich will gewinnen - das ist das Ziel", sagte er: "Ich habe nicht die Absicht, hier nur Fünfter zu werden und dabei zuzusehen, wie jemand anderes auf dem Podium steht."


Vettel gibt WM-Kampf nicht auf

Trotz der recht aussichtslosen Lage hat Vettel den WM-Kampf offiziell noch nicht für beendet erklärt. "Es ist noch nicht vorbei. Aber es liegt nicht mehr so in unseren Händen, wie wir es gerne hätten", sagte er.

Das ist natürlich untertrieben und insgeheim schielt der Ex-Weltmeister wohl schon auf die nächste Saison. Ferrari habe insgesamt ein gutes Jahr gehabt und sich nach vorne entwickelt. "Diesen Weg müssen wir fortsetzen", sagte Vettel.


Hülkenberg unter den Top Ten

Nico Hülkenberg landete im Renault auf Platz acht. Sauber-Pilot Pascal Wehrlein schaffte es auf Rang 17.

Der frühere DTM-Champion macht aufgrund von Rückversetzungen gegen das besser platzierte McLaren-Duo Fernando Alonso (Spanien) und Stoffel Vandoorne (Belgien) allerdings zwei Plätze in der Startaufstellung gut.