Vettel im Monza-Training hinter den beiden Mercedes

SID
Vettel im Monza-Training hinter den beiden Mercedes

Ferrari-Star Sebastian Vettel scheint beim Formel-1-Heimspiel der Scuderia in Monza schlechte Karten im Kampf gegen Mercedes zu haben. Am Freitag dominierten die Silberpfeile das Training zum Großen Preis von Italien augenscheinlich nach Belieben. Die Tagesbestzeit legte Valtteri Bottas (1:21,406 Minuten) hin, der Finne war dabei knapp schneller als Vettels großer Titelrivale Lewis Hamilton (England/0,056) im zweiten Mercedes. Vettel selbst wurde Dritter (0,140).
Dabei konnte der WM-Spitzenreiter aus Heppenheim auf einer Runde seinen riesigen Rückstand vom Vormittag auf Hamilton (1,115 Sekunden) zwar deutlich verkürzen, bei den Rennsimulationen war Hamilton aber teilweise mehr als eine halbe Sekunde schneller als Vettel. Damit deutet viel darauf hin, dass Mercedes im vierten Jahr hintereinander auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke den Ton angibt. Ferrari wartet hingegen seit 2010 auf einen Heimsieg.
Renault-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) wurde am Freitag Zwölfter (+1,866), der Worndorfer Pascal Wehrlein kam im Sauber nicht über den 20. und letzten Rang (+3,817) hinaus.
Wenn das Kräfteverhältnis an der Spitze so bleibt, würde sich der WM-Kampf am Ende der Europa-Saison weiter zuspitzen: Gewinnt Hamilton am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) vor Vettel, stünde es in der Meisterschaft sieben Rennen vor dem Saisonende nach Punkten 238:238. Schiebt sich noch ein Konkurrent zwischen die beiden Rivalen, würde Hamilton gar ausgerechnet beim Ferrari-Heimspiel erstmals in diesem Jahr die alleinige WM-Führung übernehmen.
Der Engländer kann zudem im Qualifying am Samstag den "ewigen" Pole-Rekord auf 69 schrauben und damit Rekordweltmeister Michael Schumacher distanzieren, mit dem er erst in der Vorwoche im belgischen Spa gleichgezogen war.
Zumindest droht Vettel wohl keine Gefahr durch Red Bull. Der frühere Weltmeister-Rennstall tauschte an beiden Autos zahlreiche Motorkomponenten sowie bei Daniel Ricciardo auch unerlaubterweise das Getriebe aus. Der Australier wird damit im Rennen um 25 Startplätze zurückversetzt, Max Verstappen (Niederlande) um 15. Auch die Spanier Fernando Alonso (McLaren-Honda/35 Plätze zurück) und Carlos Sainz jr. (Toro Rosso/mindestens zehn Plätze) starten von weit hinten.