Verzockt sein Papa eine große Karriere?

Verzockt sein Papa eine große Karriere?
Verzockt sein Papa eine große Karriere?

Florian Grillitsch hat 178 Bundesligaspiele bestritten und zehn in der Europa League. Für Werder Bremen und die TSG Hoffenheim erzielte der defensive Mittelfeldspieler neun Treffer und gab 14 Vorlagen.

Nachdem der Vertrag von Grillitsch im Kraichgau ausgelaufen war, schien der Weg zu einem Topklub in einer starken Liga geebnet. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Florenz kritisierte Grillitschs Vater

Vor einem Jahr noch buhlte der AC Mailand um den 26-Jährigen, im Frühjahr wurde er mit dem AS Rom, Inter, RB Leipzig und FC Everton in Verbindung gebracht. Anfang Juli führte die konkrete Spur nach Florenz, doch die Toskaner ließen einen Wechsel platzen.

Daniele Prade, Sportdirektor der Fiorentina, kritisierte in einem Interview mit Calciomercato: „Wir mochten das Gerede des Vaters und die Zahlungen, die er verlangte, nicht. Wir entscheiden, mit wem wir zusammenarbeiten, und es stimmt nicht, dass wir uns mit jedem Agenten streiten.“

Prade betonte weiter: „Wir sind ein bei den Beratern angesehener Verein, weil wir immer pünktlich zahlen. Allerdings können wir nicht immer mehr Provisionen zahlen als andere.“

Hat Papa Michael Grillitsch einen großen Karrieresprung seines Sohnes verhindert oder verzockt? Statt Mailand, Rom, Florenz oder gar England führt der Weg höchstwahrscheinlich in die Türkei.

Grillitsch vor Wechsel zu Galatasaray

Galatasaray Istanbul, in der vergangenen Saison 13. in der Süper Lig, soll kurz vor einem Transfer des österreichischen Nationalspielers stehen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Wie der Sportfernsehsender TRT Spor und der türkische CNN-Ableger CNN Türk unisono berichten, wird Grillitsch in Kürze einen Vertrag in Istanbul unterschreiben. Spieler und Klub seien sich bereits einig.

Es wirkt wie ein frühzeitiger Abstieg eines Spielers, der problemlos auch auf internationaler Ebene agierende Teams hätte verstärken können. Und ist dies die Schuld des Vaters? Volker Struth, Geschäftsführer der Agentur Sports 360, gibt Einblicke in seinem 2021 erschienenem Buch „Meine Spielzüge“.

Struth gibt Einblicke in Gespräche mit Grillitsch

Sein damaliger Mitarbeiter Sascha Breese hatte bereits die Fühler ausgestreckt und gute Gespräche mit dem Profi geführt. „Wir sollten aber noch mit seinem Vater reden. Sein Vater habe seine Karriere stets eng begleitet“, heißt es auf Seite 137. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Breese und Struth sprachen mit ihm über „Florians Pässe mit Innenrist, über sein Wesen, den Markt für ihn. Es war ein angenehmes Gespräch.“

Dann aber folgte die Wende: „Wenn wir seinen Sohn beraten wollten, müssten wir über die Aufteilung der Provision sprechen. Damit wir uns direkt verstünden: Er kaufe nur unsere Dienstleistung der Vereinssuche ein. Deshalb biete er uns 20 Prozent der Beraterprovision an.“ (ÜBERSICHT: Die fixen Transfers aller Bundesliga-Klubs)

Struth entgegnete fassungslos: „Wie bitte? Sie bieten uns 20 Prozent an? Und kassieren 80 Prozent, während wir die Arbeit machen?“ Schließlich fügte er noch hinzu: „Sascha, du zahlst bitte den Kaffee hier. Ich warte draußen im Auto. Auf Wiedersehen, Herr Grillitsch.“

Möglicherweise beschert Florian Grillitsch diese Art der Beratung nun einen Platz in einer Liga, die in der Fünf-Jahres-Wertung der UEFA Rang 20 belegt und nicht im Fokus der Topteams steht.

Süper Lig statt Serie A - da wäre wohl mehr möglich gewesen.

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