"Verzicht wäre dumm" - Vettel begrüßt Cockpitschutz

Sebastian Vettel hat den neuen Cockpitschutz bereits getestet

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel hat die Einführung des Cockpitschutzes Halo in der Formel 1 begrüßt.

Der vor allem wegen seiner Optik viel kritisierte Bügel über dem Helm verbessere die Sicherheit, "und darum geht es nun mal", sagte der Ferrari-Pilot: "Er wird uns Fahrern helfen, wenn schlimme Unfälle passieren. Diese Tatsache zu ignorieren, wäre einfach dumm."

Auch aus Sicht des früheren Weltmeisters Fernando Alonso (Spanien) ist die Entscheidung für den Halo sinnvoll.

"Die Ästhetik ist mir ziemlich egal. Wenn man die Sicherheit verbessern kann, dann muss man es machen. Und der Halo hätte bei vielen Unfällen in der Vergangenheit geholfen, das hat der Weltverband FIA nachgewiesen", sagte der McLaren-Pilot: "Wir können nicht in der Zeit zurückreisen, aber wir können die Sicherheit für die Zukunft verbessern."

Die Mehrheit der Fahrer, so Vettel, "ist für diese Einführung. Daher verstehe ich die Aufregung nicht." Auch aus dem Fahrerlager gibt es allerdings weiterhin kritische Stimmen, die die Sicht vieler Fans stützen.

Hülkenberg und Verstappen sind dagegen

"Ich war nie ein großer Freund dieser Idee", sagte Renault-Pilot Nico Hülkenberg: "Der Halo sieht nicht schön aus, und die Sicherheit ist mittlerweile schon sehr hoch." Auch Red-Bull-Youngster Max Verstappen (Niederlande) sieht keine Argumente für den Cockpitschutz: "Ich denke, dadurch wird die ohnehin schon sehr gute Sicherheit nicht erhöht."

Der Halo soll ab dem kommenden Jahr auf die Autos montiert werden, das entschied die FIA in der vergangenen Woche. Das Konzept war während der Saison 2016 ausgiebig von allen Teams getestet worden.

Die Konstruktion umfasst zwei Streben aus Titan, die seitlich am Cockpit nach vorne geführt werden und frontal in einer Hauptstrebe zusammenlaufen. Dieser Schutz soll ganze Autos, größere Trümmerteile oder Reifen aufhalten. Laut einer FIA-Studie soll die Überlebenschance durch den Halo in verschiedenen Unfallszenarien um 17 Prozent steigen.