Verwirrung um “Wie ein einziger Tag“ bei Netflix

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Das Ende des Films „Wie ein einziger Tag“ hat bei Netflix-Kunden für Unmut gesorgt. Angeblich fehlte bei der dort ausgestrahlten Version eine Szene des Endes, die in der Kinoversion zu sehen war. Es folgten wilde Spekulationen im Netz – und Reaktionen von  Mitarbeitern des Streaming-Dienstes, die selbst nicht mehr durchblickten.

Eine auf Netflix verfügbare Version von “Wie ein einziger Tag” sorgt für Wirbel. (Bild: ddp)

Die Geschichte des Films “Wie ein einziger Tag“ (oder „The Notebook“, wie er im Original heißt) geht folgendermaßen: Jeden Tag besucht ein alter Mann (James Garner) eine demente Dame (Gena Rowlands) in einem Hospiz ist, und liest ihr aus seinem Notizbuch eine Liebesgeschichte vor. Es ist die Geschichte von Allie Hamilton (Rachel McAdams) und Noah Calhoun (Ryan Gosling), und es ist die Geschichte des alten Paares selbst, an die sich aber nur Noah noch erinnern kann.

Die Szene mit den Vögeln ist gesetzt, beim toten Liebespaar gehen die Meinungen auseinander

Am Ende des Films erkennt dann auch Allie, wen sie da neben sich hat. Das Paar schläft glücklich nebeneinander ein und wird am nächsten Morgen tot aufgefunden. Der Film endet mit dem Bild eines Sees und zwei davon fliegenden Vögeln als Metapher auf die Seelen des Liebespaars.

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Das behauptet zumindest die britische Website „Digital Spy“, die mit als erste auf wütende Zuschauer reagierte. Diese äußerten in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #TheNotebook den Verdacht, Netflix hätte das Ende des Films geschnitten und eine Version gezeigt, in der man nur die Vögel, aber zuvor nicht das tote Liebespaar sah.

Tweets wie die folgenden gab es massenhaft:

„Gerade ‘Wie ein einziger Tag ‘auf Netflix geschaut und jemand hat das Ende geschnitten!? Warum?!“


„Wenn ihr ‘Wie ein einziger Tag’ auf Netflix UK schauen wollt, tut es nicht: Sie schneiden das Ende.“


„Warum hat Netflix das Ende von ‘Wie ein einziger Tag’ geändert? Es ist der beste Teil des Films.“


Doch nicht alle User waren davon überzeugt, dass Netflix wirklich ein „falsches“ Ende gezeigt hat, wie diese Kommentare unter dem Tweet von „Digital Spy“ zeigen: 

„Seid ihr sicher, dass Netflix das Ende geändert hat? Ich habe ‘The Notebook’ 2 oder 3 Mal gesehen über die Jahre, aber ich habe von so einem Ende noch nie etwas gehört. Dass sie einander umarmend sterben. Ich habe dieses Ende noch nie gesehen. Vielleicht sind da draußen verschiedene Schnittversionen.“


„Das mit den Vögeln ist das einzige Ende, das ich jemals kannte.“


Schließlich postete Netflix UK selbst ein Statement, um die aufgebrachten Zuschauer zu beruhigen:

„Dinge, die ihr wissen müsst: Wir haben ‘Wie ein einziger Tag’ nicht geschnitten. Eine alternative Version existiert und wurde uns zugeführt. Wir werden der Sache nachgehen. Offenbar haben manche Filme mehr als ein Ende?!“


Danach verging wiederum nur wenig Zeit bis Netflix sich wieder mit der Nachricht meldete, nun auch die „korrekte“ Version des Films hochgeladen zu haben. Also wahrscheinlich, denn wer wisse schon, welche die korrekte Version überhaupt sei?


Dass Netflix wirklich eigenmächtig einen Film verändern würde, der keine Eigenproduktion ist, gilt als extrem unwahrscheinlich, da der Streaming-Dienst damit gegen die Copyright-Bestimmungen verstoßen würde.

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Wahrscheinlicher ist, dass Netflix aus Versehen eine Variante mit einem sogenannten „Alternative End“ geladen hatte, die öfter produziert werden und manchmal beim Bonusmaterial zu finden sind.

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