Verwandte von palästinensischem Tatverdächtigen zu Haftstrafe verurteilt

Einige Wochen nach dem tödlichen Messerangriff in einer jüdischen Siedlung im Westjordanland sind fünf Verwandte des Tatverdächtigen zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Die Urteile richteten sich gegen die Eltern, einen Onkel und zwei Brüder des palästinensischen Verdächtigen, teilte die israelische Armee am Montag mit. Ein israelisches Militärgericht hatte am Sonntag befunden, die Familienmitglieder hätten "gewusst, dass er einen Terrorangriff geplant" habe, und dennoch hätten sie die Sicherheitskräfte nicht vorgewarnt.

Die Brüder und den Onkel des tatverdächtigen Omar al-Abed verurteilte das Militärgericht zu acht Monaten in Haft, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, welche die Nachrichtenagentur AFP am Montag einsehen konnte. Demnach soll sein Vater zwei Monate und seine Mutter einen Monat im Gefängnis verbringen.

Den Angaben zufolge wurde Abeds Mutter außerdem für schuldig befunden, zu Gewalt angestachelt zu haben, als sie das Handeln ihres Sohnes in palästinensischen Medien verteidigt hatte. Vor etwa zwei Wochen hatte die israelische Armee das Haus der Familie im Westjordanland nahe Ramallah zerstört.

Abed soll am 21. Juli in die jüdische Siedlung Neve Zuf nordwestlich von Ramallah eingedrungen sein und auf vier Israelis eingestochen haben, von denen drei ihren Verletzungen erlagen. Er wurde während des Angriffs von einem Nachbar angeschossen, später wurde er festgenommen. Der Angriff hatte inmitten schwerer Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern um die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in Ostjerusalem stattgefunden.