Verunreinigtes Benzin bekommen: Andrew Short fällt schuldlos aus

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Die zweite Etappe der Rallye Dakar brachte nicht nur einen herben Rückschlag für Matthias Walkner (KTM), sondern auch den ersten Ausfall eines Top-10-Fahrers. Andrew Short war liegengeblieben, weil sein Benzin verunreinigt war, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat. Obwohl die Schuld nicht beim Yamaha-Fahrer lag, durfte er nicht weiterfahren und ist ausgeschieden.

Am Montag war Shorts Yamaha WR450F bei Kilometer 273 plötzlich ausgerollt. Der US-Amerikaner probierte alles, aber er brachte sein Motorrad nicht mehr in Gang. Schließlich wurde er vom Veranstalter per Helikopter aufgesammelt und war damit offiziell ausgeschieden.

Im Biwak gingen die Yamaha-Mechaniker der Ursache auf den Grund. Sie hatten außerdem von KTM erfahren, dass Toby Price Probleme mit dem Benzin hatte. Ab Kilometer 300 hatte der Australier bemerkt, dass die Kraftstoffversorgung des hinteren Tanks nicht richtig war.

Deshalb nutzte Price im Schlussstück nur das Benzin aus den beiden vorderen Tanks. Im ersten Moment dachte er, es gab ein Problem mit der Benzinpumpe. Also checkten auch die Yamaha-Mechaniker den Tank und die Benzinpumpe an Shorts Motorrad.

Zu ihrer Überraschung fanden sie Wasser im Benzintank. Die Tanks wurden geleert und mit frischem Benzin gefüllt. Der Motor sprang problemlos an. Deshalb ist Yamaha überzeugt, dass der verunreinigte Sprit beim Nachtanken die Ursache war.

Offizielle bestätigen verunreinigtes Benzin, aber ...

Das Nachtanken wird für die Motorräder, Quads und Side-by-Side von Tankwägen durchgeführt. Es handelt sich um einen lokalen Lieferanten. Dakar-Veranstalter ASO gibt die Stellen für die Tankstopps vor. In der zweiten Etappe war das bei Kilometer 94 und bei Kilometer 267.

Kurz nach dem zweiten Tankstopp blieb Shorts Yamaha stehen. Montagabend untersuchten die Offiziellen im Biwak, was geschehen war, denn es betraf eine Handvoll Motorradfahrer. Aber nur Short war deshalb ausgefallen.

Wie das Yamaha-Team gegenüber 'Motorsport.com' bestätigte, befanden sich in Shorts Tank zwei Liter Wasser. Um 19:30 Uhr Ortszeit informierte man die Offiziellen darüber. Um 21:00 Uhr Ortszeit bestätigten auch die Offiziellen, dass sich Wasser im Benzin befunden hat.

Warum Short die Rallye nicht mehr aufnehmen durfte

Es stellte sich die Frage, ob Short die Rallye fortsetzen kann, denn der Ausfall war nicht seine Schuld. "Da das Benzin vom Veranstalter zur Verfügung gestellt wird, haben wir vorgeschlagen, das Ergebnis bei Checkpunkt 2 einzufrieren", sagt Yamaha-Teamchef Alexandre Kowalski.

"Dadurch hätte Andrew heute starten können, aber unser Vorschlag wurde abgewiesen." Gegen Mitternacht kam von den Offiziellen die Antwort, dass er als ausgefallen gewertet wird, weil im Reglement zu diesem besonderen Fall nichts steht. Deshalb waren ihnen die Hände gebunden.

"Ich bin traurig und enttäuscht", ärgert sich Kowalski. "Er hat so viel Zeit und Energie in die Vorbereitung auf diese Dakar gesteckt. Wir hatten große Hoffnungen, dass wir mit ihm im Spitzenfeld kämpfen können."

"Ihm wurde Benzin aus einer neuen Kanne eingefüllt, die offensichtlich mit Wasser kontaminiert war. Es ist extrem frustrierend, dass er wegen etwas, das nicht in seinen Händen liegt, draußen ist." Es war Shorts vierte Dakar-Teilnahme. Platz sechs 2019 war sein bestes Ergebnis.

Mit Ross Branch, Adrien van Beveren, Franco Caimi und Jamie McCanney hat das Yamaha-Team noch einige Fahrer im Rennen, die Chancen auf Top-10-Ergebnisse haben.

Mit Bildmaterial von Yamaha.