Vertreibt der Dembele-Zoff auch Aubameyang?

Marcel Bohnensteffen

Bislang waren Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembele bei Borussia Dortmund eine verschworene Einheit. Auf dem Platz und in ihrer Freizeit.

Vor ziemlich genau zwei Monaten, Dembele hatte Geburtstag, verschickte Aubameyang Glückwünsche via Instagram. Es dauerte nicht lange, bis er eine Antwort erhielt: "Danke mein Bruder. Wir werden zusammen sein, was auch immer passiert."

Was auch immer passiert. Das war, bevor dieser unberechenbare Transfersommer Besitz von beiden Spielern ergriff. 

Dembeles Streik - Vorläufer einer Trennung?

Zunächst wurde Aubameyang zum Objekt der Begierde. Täglich ginge neue Angebote in Dortmund ein. 60 Millionen aus Italien. 70 Millionen aus Frankreich. 80 Millionen aus England. Und in China soll man angeblich bereit gewesen sein, dem Gabuner 20 Millionen Euro Jahresgehalt zu zahlen. Konkret wurde es trotz aller Interessenten nicht. Mitte Juli erklärten die BVB-Bosse die intern verabredete Wechselfrist für Aubameyang für beendet.

Nun ist Dembele an der Reihe. Der FC Barcelona hat ihn als Prunkstück für sein Team der Zukunft auserkoren. Als Ersatz für Neymar. Ein Lockruf, dem sich ein 20-Jähriger wohl nur schwer entziehen kann. Oder will.

Als es in der vergangenen Woche ernst wurde mit dem Interesse der Katalanen, quittierte Dembele seinen Dienst beim BVB. Weil er nicht mehr zum Training erschien, hat ihn der Klub zunächst für das Pokalwochenende und jetzt bis auf weiteres suspendiert. Die unschönen Vorläufer einer Trennung? 


SPORT1-Experte Marcel Reif ist sicher, dass Dembele wechseln wird. "Die Frage ist nur: für 100, 120 oder 130 Millionen Euro", sagte er im CHECK24 Doppelpass. Ein erstes Angebot aus Barcelona hatte der BVB als zu niedrig eingestuft.

Aubameyang: "Ich möchte zurück - aber sie schlafen"

Doch das Ende der Wechselfrist rückt näher. Und die Dortmunder Verantwortlichen müssen darüber befinden, wie ratsam es ist, sich den größten Transfererlös der Vereinsgeschichte entgehen zu lassen für einen Spieler, der in Streik tritt, um seine Freigabe zu erpressen.

Womöglich ist das nicht mehr das einzige Problem des Klubs. Denn seit der Nacht von Samstag auf Sonntag ist auch das Thema Aubameyang wieder akut.

In einem Instagram-Chat mit Fans des AC Milan sinnierte Pierre-Emerick Aubameyang zu später Stunde ungeniert über ein Wechsel zu seinem Ex-Klub: "Ich möchte zurück - aber sie schlafen. Was soll ich machen?"


Ziemlich starker Tobak, eine Woche vor Saisonstart.

Bereits am Samstag nach dem Pokalspiel gegen den Sechstligisten Rielasingen hatte sich Aubameyang nicht zu einem klaren Bekenntnis zum BVB durchringen können. "Es ist eine schwierige Situation. Wir werden sehen was passiert, ich kann im Moment nichts sagen", sagte er. 

"Dortmund bricht nicht auseinander, wenn Dembele geht"

Für Dortmund kommt diese Personalie zur Unzeit. Denn bei allen Qualitäten Dembeles ist Aubameyang doch noch der größere Erfolgsgarant. Dies stellte er im Pokal mit drei Treffern unter Beweis.


SPORT1-Experte Thomas Strunz hat keinen Zweifel, dass der BVB Dembele wesentlich leichter ersetzen könnte. "Dortmund bricht nicht auseinander, wenn Dembele geht. Eine Abhängigkeit von einem 20-Jährigen sehe ich überhaupt nicht", sagte Strunz im Check24 Doppelpass.

Ein Urteil, dem sich Pierre-Emerick Aubameyang vermutlich nicht anschließen wird. Es ist gerade eine Woche her, da sagte er über Partner Dembele: "Wenn man ihn spielen sieht, spürt man die Magie des Fußballs."

Sollte Aubameyang diese Magie in Dortmund nicht mehr spüren, könnte auch er selbst schon sehr bald nicht mehr für den BVB zaubern.