Vertex hui, Novo Nordisk pfui – was ist da los?

Marion Schlegel
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Unterschiedlicher könnte der Tagesauftakt bei den beiden BB-Biotech-Beteiligungen Vertex (mit 5,9 Prozent die Nummer 5 im Portfolio der Schweizer) und Novo Nordisk (mit 4,0 Prozent Platz 13) nicht sein. Während Vertex mehr als sechs Prozent nach oben schießt, gibt Novo Nordisk zeitweise deutlich über zehn Prozent ab. Für beide Entwicklungen sind die Quartalszahlen verantwortlich, die in den vergangenen Stunden veröffentlicht wurden.

Vertex gelang dabei ein top Ergebnis. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 0,61 Dollar und lag damit sieben Cent über den Erwartungen. Die Umsätze legten im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 652 Millionen Dollar zu. Die Prognosen wurden damit um 56,9 Millionen Euro übertroffen. Und auch das neue Jahr wird äußerst interessant bei Vertex. Es könnte eine weitere Zulassung bevorstehen. Erwartet wird die Entscheidung für die Tezacaftor/Ivacaftor-Kombi-Therapie zur Behandlung von Zystischer Fibrose.

Die US-Investmentbank Leerink äußerst sich zuletzt zuversichtlich zu Vertex: „Der einzige ernstzunehmende Konkurrent von Vertex, Galapagos, ist Jahre zurück und hat bislang keine vergleichbaren Effizienzdaten zu den Produkten von Vertex vorweisen können.“ Zudem seien andere Wettbewerber erst in sehr frühen Entwicklungsphasen. Bei Vertex sollten Anleger kein Stück aus der Hand geben.

Kräftig unter Druck ist am frühen Morgen hingegen Novo Nordisk. Das EBIT lag hier im vierten Quartal leicht unter den Prognosen. Zudem zeigen sich die Anleger auch vom gescheiterten Übernahmeversuch von Ablynx enttäuscht. Hier hat zuletzt Sanofi den Zuschlag erhalten. Die derzeitige Schwächephase der Aktie sollten Anleger nun zum Einstieg nutzen und auf einen positiven Entscheid im Laufe des ersten Halbjahrs von Seiten der Produkt-Pipeline hoffen.

Der Hoffnungsträger Semaglutide durchläuft derzeit die klinische Entwicklung in einer oralen Variante. 2018 sollen finale Daten vorliegen, was die gesamte Branche revolutionieren könnte. Dr. Daniel Koller, Head des Managementteams der Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech, gibt sich zuversichtlich: „Bei Novo Nordisk haben wir vor Kurzem die Zulassung für Semaglutide gesehen. Aber für uns entscheidender werden die Phase-3-Daten zum oral verfügbaren Semaglutide sein, die im ersten Halbjahr 2018 erwartet werden. Und wenn diese ähnlich starke Resultate zeigen wie Victoza – sprich eine Verbesserung im Langzeit-Blutzuckerwert und gleichzeitig einen Gewichtsverlust –, dann wäre das das mit Abstand beste und wirksamste oral verfügbare Diabetesmedikament, das es am Markt gibt. Novo könnte dann erstmals aus diesem klassischen Injektionsbereich austreten und in den oral verfügbaren Diabetesmarkt eintreten, der im Moment mit Abstand am schnellsten wächst. Und wenn das funktioniert, dann sehen wir nicht nur enorme Möglichkeiten für Typ-2-Diabetes, sondern auch zukünftig im Bereich Fettleibigkeit. Dann haben wir hier ein zusätzliches hohes Umsatzpotenzial vor uns.“