Verteidigung geht nach Urteil zu Angriff auf Kippa-Träger in Berufung

Waagschalen der Justitia

Nach der Verurteilung eines 19-Jährigen zu einer Arreststrafe wegen eines Gürtel-Angriffs auf zwei Kippa tragende Männer in Berlin hat die Verteidigung Berufung eingelegt. Wie eine Gerichtssprecherin am Samstag sagte, geht der Fall damit vor das Landgericht. Zudem legte die Verteidigung demnach Beschwerde dagegen ein, dass es keine Haftentschädigung für den 19-Jährigen gibt.

Wegen des Angriffs, der bundesweit für Empörung gesorgt und eine Debatte über Antisemitismus in Deutschland ausgelöst hatte, war der angeklagte Syrer Ende Juni vom Amtsgericht Tiergarten nach Jugendstrafrecht zu einem Arrest von vier Wochen verurteilt worden. Die Strafe galt aufgrund der Untersuchungshaft des Angeklagten aber bereits als verbüßt; er hatte seit Mitte April in Untersuchungshaft gesessen.

Der 19-Jährige hatte zugegeben, im April im Stadtteil Prenzlauer Berg einen arabischen Israeli und einen Deutschmarokkaner beleidigt und einen der jungen Männer mit seinem Gürtel geschlagen zu haben. Beide trugen Kippas. Der 21-jährige Israeli wurde dabei leicht verletzt. Den Antisemitismusvorwurf wies der Angeklagte entschieden zurück.