Verteidigte Trump-Sprecherin Sarah Sanders die Sklaverei?

Verteidigte Trump-Sprecherin Sarah Sanders die Sklaverei?

"Hält die Regierung die Sklaverei für falsch?", wollte eine Reporterin von Sarah Sanders wissen. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses blieb eine Antwort schuldig und löste damit in den USA wüste Reaktionen aus.

Sarah Sanders ist zugute zu halten, dass sie gerade das Podium verließ, als die Frage von CNN-Journalistin April Ryan mehrfach gestellt wurde. Mitunter reagiert die Regierung auf späte Nachfragen aber im Nachhinein (und gerne über Twitter). In diesem Fall bleibt das Sprachrohr von Donald Trump bisher stumm. Das kann Zufall sein, passt aber irgendwie ins miserable Bild, das das Weiße Haus in der neu aufgeflammten Debatte über den amerikanischen Bürgerkrieg abgibt, finden diverse US-Medien.

Der Sezessionskrieg war in der täglichen Pressekonferenz zum großen Thema geworden, weil John Kelly kurz zuvor mit kontroversen Aussagen für Schlagzeilen sorgte. Der Stabschef des Weißen Hauses sagte den Fox News, der blutige Konflikt sei nur durch fehlende Kompromisse entstanden. Kern des Krieges zwischen den Nord- und Südstaaten waren unterschiedliche Meinungen über die Abschaffung der Sklaverei.

Bei der Frage, ob ein Mensch einen anderen besitzen darf, hätte es auch gar keine Kompromisse bedurft, fanden US-Journalisten und hakten beim Presse-Briefing nach. Ob das Weiße Haus nachvollziehen könne, dass es Menschen gäbe, die sich durch Kellys Aussagen angegriffen fühlen und sie für historisch unkorrekt halten, wollte ein Medienvertreter von Sarah Sanders wissen. "Nein", fand die 35-Jährige. Jeder politische Führer der USA, ob Washington, Jefferson, Roosevelt oder Kennedy, hätte Fehler gemacht und nur weil einem die Geschichte nicht gefalle, könne man sie nicht leugnen, führt sie aus.

"Um das klar zu stellen: Sarah Huckabee Sanders versucht im Live-Fernsehen Präsident Kennedy mit Rassisten zu vergleichen, die für die Sklaverei gekämpft haben", motzt ein Zuschauer auf Twitter.