Versus Versace konnte nicht überzeugen: Lahme Designs, extrem dünne Models und eine glanzlose erste Reihe

Donatella Versaces erste Solo-Versus-Kollektion seit neun Jahren war eine Enttäuschung. [Bild: Rex]

Alle Augen waren auf Donatella Versaces erste Solo-Präsentation seit fast einem Jahrzehnt für Versus gerichtet.

Doch es hatte den Anschein, als hätte die legendäre Designerin ihre Aufmerksamkeit auf ihre Hauptlinie für Versace gerichtet und Versus ganz unten auf ihre To-Do-Liste gesetzt.

Ihr Vorgänger Zayn Malik hatte zumindest auf eine starbesetzte erste Reihe und hochkarätige Models geachtet. Diesmal verursachten die großen Namen, die sich um die verlassen wirkende Bühne versammelten, kaum mehr Aufsehen als die Show selbst.

Gigi und Bella waren nicht unter den Models, somit war Adwoa Aboah das einzige bekannte Gesicht. [Bild: Rex]

Die einzigen bekannten Gesichter auf dem Laufsteg waren Adwoa Aboah und eine lange Reihe zu dünner Models, die schon oft auf den Laufstegen der Paris Fashion Week zu sehen waren.

Eine merkwürdige Entscheidung, wenn man das jüngste „Verbot“ von Size-Zero-Models von LVMH und Kering bedenkt, jenen Firmen, die hinter Marken wie Gucci, Saint Laurent und Louis Vuitton stehen.


Sehe mir #VersusSS18 auf der #LFWSS18 live auf Facebook an… die Kollektion ist sehr nett, aber wie geht man auf diesen Beinen, ohne dass sie brechen?

Donatella buchte nicht nur Mädchen, die besonders dünn waren, sie betonte ihre magere Figur auch noch durch winzige Designs wie klitzekleine Slips und knappe BHs.

Überall sah man fade Muster, die schon längst in den Läden sind. [Bild: Instagram/voguechina]

Abgesehen von der fehlenden Größenvielfalt wirkte der Rest der Kollektion fad und zu alt. Kropfbänder mit „Versus“-Schriftzug tauchten ausgerechnet jetzt auf, wo der Halsschmuck einen langsamen und qualvollen Tod stirbt.

Ein Karomuster, das extrem an Burberry erinnerte, wurde mit lockeren, taillierten Anzügen kombiniert, die schon seit Monaten in den Läden zu sehen sind.

Als interessanteste Teile der Kollektion erwiesen sich Signature-Stücke von ehemaligen Versus-Designern, so tauchten etwa das Neongrün und die welligen Ränder von Christopher Kanes immer wieder auf.

Die gesamte Kollektion war ein zusammengewürfelter Haufen aus Schnitten und Mustern. [Bild: Rex]

Das Motto war allerdings unklar. Ob es nun eine Hommage an frühere Versus-Shows war oder eine Anhäufung von all dem, das Donatella in den Sinn gekommen war (Pferdemuster, Cowboy-Stiefel, Netzkleider, Fischerhüte – sie alle hatten ihren Auftritt) – das Ergebnis war eine Modenschau, die wirkte, als wäre sie von drei oder vier unterschiedlichen Personen entworfen worden.

Für etwas, das als Highlight dieser London Fashion Week erwartet wurde, kann die Kollektion nur mit einem Wort beschrieben werden: enttäuschend.

Lauren Sharkey