Verstorbener Altkanzler: Kohls Trauerfeier und letzte Ruhestätte werfen Fragen auf

Kohl verzichtet sowohl auf das Familiengrab als auch auf einen deutschen Staatsakt.

Helmut Kohl ist gestorben und die Irritationen beginnen: Es soll eine europäische Trauerfeier geben, keinen deutschen Staatsakt wie üblich bei hochrangigen Politikern. Der Bundespräsident soll nicht reden, eine Ansprache der Kanzlerin stand offenbar in Frage, eine Rede eines EU-Problemfalls, des ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban, konnte wohl verhindert werden. Und auch das Private wirft Fragen auf: Die letzte Ruhestätte des Altkanzlers wird nicht das Familiengrab in Ludwigshafen sein, sondern der historische Friedhof am Speyrer Dom.

Es ist unklar, ob all das Kohls wirklicher oder nur sein vermuteter letzter Wille war, ob der vorgesehene Ablauf seiner Planung entspricht, oder ob der zuletzt schwer kranke Altkanzler auf seinem letzten Weg von anderen inszeniert wird. Es gibt zumindest Berichte, die auf letzteres hindeuten, die seiner zweiten Ehefrau Maike Kohl-Richter und dem früheren Chef-Redakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann, eine zentrale Rolle zuweisen.

Vor welchem Hintergrund auch immer: Helmut Kohl ist nicht einfach nur gestorben. Der letzte Auftritt dieses Politikers, der die deutsche und die europäische Politik so entscheidend geprägt hat, ist, ganz typgerecht, alles andere als leise und bescheiden. Der Altkanzler verabschiedet sich mit Sinn für politische Symbolik und Pathos. Dass sich dabei auch der Eindruck untermischt, weniger hehre Gefühle wie Rachegelüste und Selbstgerechtigkeit könnten eine Rolle spielen, lässt den Trauerfall allerdings zum letzten Akt eines Dramas werden.

Kohl schafft sich seine eigene Würdigung

Kohl verweigert dem Staat, den er 16 Jahre lang regiert hat, die letzte öffentliche Würdigung seiner Person. Deren aktuellen Repräsentanten wird zu verstehen gegeben, dass sie eigentlich nicht erwünscht sind. Er lässt sich...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung