"Versteht kein Fan": Lemke schimpft auf Transferwahn

Die Transfers in diesem Sommer werden im CHECK24 Doppelpass kontrovers diskutiert

Der frühere Werder-Manager Willi Lemke hat das Ausmaß der Transferaktivitäten in diesem Sommer kritisiert.

Im CHECK24 Doppelpass sagte der heutige Sportfunktionär: "Das versteht kein Fußball-Fan mehr und vor allem keiner, der einen Mindestlohn von 8,74 Euro bekommt und gerne ins Stadion geht. Die Blase kann irgendwann platzen, wenn die Herrn aus Katar oder Russland keine Lust mehr auf Fußball haben. Und dann hat der Fußball schon viel Schaden genommen."

Um mehr wirtschaftliche Kontrolle ausüben zu können, warb DFB-Vizepräsident Reiner Koch für eine Änderung der Gesetze. 

"Wir haben aufgehört, das Fußballspiel als Spiel zu betrachten. Es ist nur noch Wirtschafts- und Unternehmensrecht", sagte Koch. "Wir müssen uns dazu bekennen, dass Fußball eben nicht wie ein Wettbewerb zwischen Aldi und Rewe ist. Deswegen muss der Staat eingreifen und Regeln aufstellen."

SPORT1-Experte Thomas Strunz vertritt eine andere Auffassung. "Ich bin für eine Öffnung der 50+1-Regel. Warum überlässt man die Vereine nicht in die Eigenverantwortung? Und wer schlecht arbeitet, hat dann keine Berechtigung mehr in der Bundesliga zu sein", sagte er im CHECK24 Doppelpass.

Lemke hält derweil einen anderen Weg für richtig. "Die Vereine müssen die Macht behalten, zu entschieden, was bei ihnen passiert. Und nicht ein Scheich aus Katar oder sonst wer", sagte er. "Es muss Regeln geben, die für alle gelten. Dafür müssen die Verbände sorgen. Wir wollen nicht fremd bestimmt werden vom Großkapital."