"Versprecher des Todes" bei "Grill den Henssler": "Calli weiß noch immer nicht, warum alle lachen"

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Es flossen Blut und Lachtränen! Ersteres zum Glück gefahrlos, Zweiteres so herzlich wie lange nicht mehr. "Grill den Henssler" (VOX) bot einmal mehr großes Unterhaltungskino für den Sonntagabend. Heimliche Helden waren diesmal Jeanette Biedermann und vor allem Reiner "Calli" Calmund.

Es pampig, dann putzig: Reiner
Es pampig, dann putzig: Reiner

"So'n bisschen lachen am Sonntagabend muss auch mal sein", meinte Monderatorin Laura Wontorra und traf damit - immer noch kichernd - ins Schwarze. Die ganze (wegen Corona immer noch publikumsfrei dezimierte) Kochtruppe hatte sich da gerade vom schönsten TV-Lachflash der letzten Zeit erholt. Dieser war der Höhepunkt einer auch sonst sehr gutgelaunt-beschwingten "Grill den Henssler"-Show gewesen. Nur einer blieb eigentlich durchgängig kalt lächelnd cool: Koch-König Steffen Henssler nutzte das Gegacker und kochte die Promigegner eiskalt 98:77 ab.

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Dabei gaben die Promis wirklich ihr Bestes. Jeanette Biedermann sogar ihr Blut! Die schnitt sich bei der Hauptspeise in den Finger ("Ich hab's geschafft!"), zeigte sich dann aber als echte Powerfrau: Während sie vom Sanitäter verpflastert wurde, kochte sie eisenhart weiter, knetete sogar einhändig Klößchenteig. Aber ihr Durchhaltevermögen wurde ebenso wenig belohnt wie die guten Absichten ihrer Partner Joris und Johannes Oerding. Immerhin: So viel Musik war noch nie in der Henssler-Küche: Biedermann, Joris und Oerding sind Sänger und sind oder waren Teilnehmer einer anderen VOX-Erfolgsshow, "Sing meinen Song".

Musik in der Küche: Die "Sing meinen Song"-Teilnehmer Jordi, Jeanette Biedermann und Johannes Oerding (von links) forderten Steffen Hensler heraus. (Bild: TVNOW / Frank W. Hempel)

Steffen Henssler: "Niederlage im Impro-Gang ist wie entjungfert werden"

Frischer Wind herrschte auch im Koch-Coach-Käfig: Da nahm erstmals Kristof Mulack Platz, den Laura Wontorra als den "Popstar unter den neuen, coolen Köchen" vorstellte. Der Neuling war misstrauisch ("Ich weiß noch nicht, ob ich Fan von Steffen bin") und ehrgeizig - bekam aber das Reißzähnchen gleich im Impro-Gang gezogen. Henssler machte aus "Entenbrust, Kiwi und Haferflocken" (Henssler: "Komische Kombi, würd ich nie essen") das deutlich bessere Gericht. 22:13 wertete die Jury für Henssler, und Mulack war gleich gefrustet und selbstkritisch: "Unser Impro-Gang sah aus wie hingesch...!"

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Henssler tröstete: "Jetzt biste drin in der Sendung: Ne Niederlage im Impro-Gang ist ein bisschen wie entjungfert werden." Laura Wontorra nahm das Bild auf: "Ja, danach tut's nicht mehr so weh", lachte sie - und erschrak über den eigenen Witz: "Als Frau darf man den doch bringen, oder?"

Kristof Mulack, Koch-Coach, Grill den Henssler
"Sah aus wie hingesch...!" Kristof Mulack, erstmals Koch-Coach, war durchaus selbstkritisch. (Bild: TVNOW / Frank W. Hempel)

Boes lästert über Rach: "Du bist aber auch ne Mimi!"

Sänger Joris (2016 dreifacher Echo-Gewinner) hat's mit Kochen eigentlich nicht so. Immerhin: "Im Lockdown habe ich jetzt gelernt, wie man einen richtigen Brunch macht. Die Prosecco-Flaschen kriege ich jetzt auf." Aber man merkte ihm Defizite nicht an. Mit 19:22 zog er sich bei "Grüner Spargel mit Erbsencreme und Büffelmozarella" achtbar aus der Affäre.

Scharf waren allerdings sowohl die Gerichte beider Kontrahenten wie auch die Stimmung zwischen den Juroren. Weil Christian Rach mäkelte "Mir brennen die Lippen", konterte Kollegin Mirja Boes bös: "Du bist aber auch ne Mimi. Mich kann man gerne mal mit Gewürzen überfallen." Hinten raus gab auch Calli seinen (scharfen) Senf dazu, weil er und Mirja identisch, aber ganz anders als Rach gewertet hatten: "Jaja, Mirja und ich haben es gleich, aber beide falsch und nur du hast das richtig gesehen", hämelte er.

Joris, Jeannette Biedermann, Grill den Henssler
Sänger Joris schlug sich im Vorspeisen-Duell mit Henssler wacker. (Bild: TVNOW / Frank W. Hempel)

Frust pur: "Wer die Birne verkackt, verkackt die Birne"

Es folgte Jeanette Biedermanns so aufopferungsvoller wie fruchtloser Versuch, Boden gut zu machen. Ausgerechnet mit einem Fischgericht ("Fischeintopf mit Klößchen") wollte sie "Fischpapst Henssler" (Wontorra) bezwingen. Das Gericht war zwar selbst erfunden, für Henssler dann aber doch keine Herausforderung: Er siegte 26:23, wobei ihm nur eine zerbrochene Miesmuschelschale die Höchstwertung durch Rach (!) vermieste.

Mit einem exotischen Dessertnamen ("In Safran pochierte Birne mit gebackener weißer Schokolade und karamellisierten Salzzitronenzesten") gelang es Johannes Oerding, Steffen Henssler am heißen Herd kalt zu erwischen. "Damit hat er mich überrascht", zollte Henssler dem Sänger und amtierenden "Sing meinen Song"-Gastgeber Respekt. Das Köcheln verlief dann so unspektakulär und reibungslos wie die beiden ersten Juryurteile von Rach und Boes. Die gaben den Trend schon mal vor: Hensslers Teller wurde vor allem deshalb höher bewertet, weil Oerdings Birne fast knochenhart war. Oerding zerknirscht selbsteinsichtig: "Klar, wer die Birne verkackt, verkackt die Birne."

Und dann kam Calli!

"Versprecher des Todes" erzeugt "Lachflash des Jahrhunderts"

Der Juror der ersten GdH-Stunde hatte schon bei der Hauptspeise Ansätze zum Wechstaben verbuchseln gezeigt, vernuschelte “Muschel” zu “Mutschel” und “Scampi” zu “Campi”. Als er dann aber die "Salzzitronenzesten" kurzermund zu "Salzzitzen" machte, gab's kein Halten mehr. "Er hat Zitzen gesagt", kicherte Mirja Boes erst und die ersten Lachwellen wanderten la-ola-mäßig durchs Studio. Calli fühlte sich falsch verstanden und setzte mit "Isch hab nit Titten jesacht, isch hab Zitzen gesacht!" nach, machte es mit seiner Rechtfertigung aber nur schlimmer. Jetzt wand sich auch Rach ("Guck, da ist sogar Laura rot geworden!") unter Lachkrämpfen, Boes gackerte herzlich, und Wontorra ging prustend in die Knie.

Alle am Lachen - nur Calli völlig perplex. Er versuchte weiterhin, sich a) ernsthaft zu rechtfertigen und b) stoisch sachlich das Gericht zu analysieren, hier und da von einem "Du bist'n Biest!" zur wiehernden Mirja Boes unterbrochen. Dadurch wurde er noch nervöser und verhaspelte sich nochmals zur "Zitze" - der "Versprecher des Todes" erzeugte den "Lachflash des Jahrhunderts". Nur einer blieb cool: Steffen Henssler grinste: "Der weiß immer noch nicht, warum alle lachen. Der Calli ist so geil!"

Am Ende, die Zwerchfelle beruhigten sich, war's dann wieder wie zuletzt immer: Steffen Henssler trug mit 98:77 einen souveränen Sieg davon, den bereits vierten in Serie. Die Staffel - nächste Woche steigt die Finalshow - kann er also trotz zweier Pleiten zum Auftakt nicht mehr verlieren.

Im Video: Das waren Steffen Hensslers schrägste Show-Outfits

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