Störungen auf Strecke Köln-Berlin: Fahrgäste saßen sechseinhalb Stunden im ICE

Nach dem Unwetter blieb die Strecke zeitweise gesperrt.

Die Unwetterschäden in Gütersloh stören weiterhin den Bahnverkehr. Während die Strecke Berlin bis Köln seit dem Vormittag wieder befahrbar ist, war die Gegenrichtung beginnend am Kölner Hauptbahnhof noch bis zum frühen Nachmittag gesperrt.

Während des Gewitters am späten Donnerstagabend war ein Baum auf die Gleise gestürzt und hatte die Oberleitungen heruntergerissen. Drei der vier Gleise sind deshalb nicht befahrbar, das teilte ein Bahnsprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Freitag mit. Wie lange die Reparaturen dauern werden, sei nicht absehbar. Die Züge mit dem Ziel Berlin werden bis dahin umgeleitet. In beide Richtungen kommt es zu Verspätungen.

Auch der Rhein-Weser-Express, RE 6, ist von der Oberleitungsstörung betroffen und deshalb verspätet. Probleme gibt es außerdem beim Schienenersatzverkehr. Derzeit stünden der Bahn keine Busse dafür zur Verfügung, sagte der Sprecher. „Wegen der Gesamtsituation ist es schwer genügend Personal und Fahrzeuge zu finden.“

Fahrgäste saßen sechseinhalb Stunden im Zug bei Gütersloh fest

Am Donnerstagabend war der ICE 542 auf dem Weg von Berlin nach Köln bei Gütersloh zum Stehen gekommen. Durch den Schaden in der Oberleitung konnte der Zug nicht mit Strom versorgt werden, so der Bahnsprecher. Das Kabel, das im Normalfall mit 15.000 Volt geladen ist, schleifte auf dem Bahndach.

Die 400 Fahrgäste im Innern des Gefährts saßen fest. Denn: der Starkstrom ist lebensgefährlich für Menschen. Die Bahn musste die Leitung zuerst erden. Dazu arbeiteten Techniker auf dem Zug und schnitten die Oberleitungen ab. Außerdem sei die Stelle nur schwer zugänglich gewesen. Neben den Gleisen liegen hohe Böschungen. „Unsere Reisebetreuer und die Feuerwehr haben die Gäste dann versorgt“, sagte der Sprecher. Erst gegen sechs Uhr morgens schleppte eine Diesellok den Zug ab. Nach sechseinhalb Stunden wurde die Reise der Fahrgäste fortgesetzt.

Der Vorfall in Gütersloh sei der schwerste Gewitterschaden, so der Bahnsprecher, - eine Ausnahmesituation. Alle Fahrgäste bekommen deshalb den Fahrpreis erstattet und einen Reisegutschein im Wert von 150 Euro. (akh)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta