Versichert gegen Minuszinsen: Mit der Münchener Rück, Allianz und Swiss Re

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wenn man heutzutage seinen Bankberater oder Finanzberater aufsucht, begegnen diese einem oft mit ausdruckslosen Gesichtern. Die Zinsen sind tief, viele der früher gängigen Produkte dadurch obsolet. Die Auswahl, die sie oftmals anpreisen, kreist sich letztlich lediglich um irgendwelche teuren Fonds oder umständliche staatlich geförderte Produkte. Nicht gerade sonderlich ansprechend, wenn du mich fragst.

Anders sieht es hingegen bei den Aktien von Versicherern und Finanzdienstleistern aus. Diese warten oftmals mit üppigen Dividenden auf, die so manchen Investor mit regelmäßigem Einkommen verwöhnen. Werfen wir daher heute einen Blick auf drei Versicherungsaktien mit interessanten Dividendenprogrammen. Hier dürfte bestimmt so mancher Einkommensinvestor ganz auf seine Kosten kommen!

1) Münchener Rück

Den Anfang machen wir mit dem Rückversicherer Münchener Rück (WKN 843002). Gleich vorab: Die Münchener besitzen eine ganz besonders stabile Dividende, aber dazu später mehr.

Bei der Suche nach der zuletzt gezahlten Dividende stellen wir fest, dass die Münchener Rück für das Geschäftsjahr 2016 8,60 Euro je Anteilschein springen ließ. Das entspricht bei einem derzeitigen Kursniveau in Höhe von 191,05 Euro (26.01.2018, maßgeblich für alle Kurse) einer Dividendenrendite von ansehnlichen 4,50 %. Nicht schlecht, oder?

So mancher Investor mag sich vielleicht Sorgen machen, dass die Münchener Rück in Anbetracht der letzten heftigen Unwettersaison im Herbst die Dividende kürzen müsste. Denn immerhin verhagelte dieser Zeitraum ordentlich das Jahresziel des Konzerns.

Aber sei beruhigt, so schnell rasiert die Münchener Rück die seit 1969 ungekürzte Dividende nicht. Schlechte Jahre werden nämlich beim Rückversicherer dividendentechnisch einfach mit einer eigens für die Dividende gebildeten Schwankungsrücklage abgefedert, die derzeit ein Volumen von 10,1 Milliarden Euro enthält. Ein interessantes und stabiles Konzept, das wohl seinesgleichen suchen dürfte.

2) Allianz

Falls dich das aber nicht in Gänze anspricht, findest du vielleicht die Allianz (WKN: 840400) etwas interessanter. Anders als bei der Münchener Rück kriselte die ebenfalls in München ansässige Allianz nämlich absolut nicht im Zuge der letzten Schlechtwettersaison. Ganz im Gegenteil, vielleicht ist hier in 2017 sogar noch ein Rekordjahr drin.

Was die Dividende angeht, lässt sich die Allianz ebenfalls nicht lumpen. Für das Geschäftsjahr 2016 wurden 7,60 Euro je Aktie ausgezahlt, was beim derzeitigen Kurs von 203,80 Euro einer Dividendenrendite von 3,72 % entspricht.

Zwar kann die Allianz keine so beeindruckend lange, stabile Dividendenhistorie wie die Münchener Rück vorweisen, denn sie musste im Rahmen der letzten Finanzkrise zuletzt die Dividende ein wenig zurückschrauben.

In Anbetracht des operativ guten Laufs dürften die Zeichen aber nicht schlecht dafür stehen, dass die seit der letzten Kürzung begonnene Serie an Erhöhungen noch nicht zu Ende sein muss. Zumal die Allianz für die oben genannte 2016er Dividende gerade einmal rund 50 % des Gewinns (15,14 Euro) ausgezahlt hat. Reichlich Luft nach oben ist daher allemal noch vorhanden.

3) Swiss Re

Eine dritte interessante Dividendenstory besitzt die Swiss Re (WKN: A1H81M). Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Rückversicherer, quasi einen Konkurrenten von unserem ersten Kandidaten der Münchener Rück.

Zuletzt zahlte die Swiss Re eine Dividende in Höhe von 4,85 CHF je Anteilschein aus. Das würde bei heutigen Kursen in Höhe von 94,04 CHF einer Rendite von 5,15 % entsprechen.

Doch wäre diese Höhe natürlich nur halb so attraktiv, wenn sie nicht auch dauerhafter Natur wäre. Diesbezüglich sagte das Management der Swiss Re Ende 2016, dass man in den weiteren Jahren plane, die reguläre Dividende entsprechend der langfristigen Ertragsentwicklung zu steigern oder zumindest auf dem aktuellen Niveau zu halten.

Klingt für mich, als wolle man künftig in die konstanten Fußstapfen der Münchener Rück treten, meinst du nicht auch?

3 üppige Zahler zur Auswahl

Wie auch immer, abschließend können wir letztlich festhalten, dass wir mit der Münchener Rück, der Swiss Re und der Allianz drei üppige Zahler vorfinden, die alle so ihre Reize besitzen. Ob einer der drei im Endeffekt auch zu deinem Portfolio passt, musst du natürlich mit dir selbst ausmachen.

Falls heute allerdings nichts für dich dabei war, sei gewiss, dass ich mich auch weiterhin auf die Suche nach vielversprechenden Zahlern in vielversprechenden Branchen begeben werde. Halte also die Augen auf!

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Vincent besitzt Aktien der Allianz und von Münchener Rück. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2018