Versicherer: Containerschiffe verlieren auf hoher See Waren im Millionenwert

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Containerschiffe in Los Angeles (AFP/Frederic J. BROWN)

Containerschiffe verlieren auf hoher See immer wieder Ladung - und in den vergangenen beiden Jahren haben sich solche Fälle nach Angaben der Versicherungswirtschaft sogar "auffallend gehäuft". Allein im Winterhalbjahr von 2020 auf 2021 belief sich der Wert der verlorenen Ware auf "mehrere 100 Millionen Euro", wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mitteilte.

"Das Grundproblem ist, dass die Fahreigenschaften großer Containerschiffe und die gängigen Sicherungssysteme nicht mehr zusammenpassen", erklärte die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach.

Auch im Laufe des Jahres 2021 habe sich die Lage nicht verbessert: Im Oktober verlor die "ZIM Kingston" beispielsweise über 100 Container und geriet in Brand, im November gingen auf der "Cosco Nagoya" 38 Container über Bord. "Wir müssen diese Entwicklung stoppen: Die Containerverluste gefährden die Besatzung und das Schiff, verursachen hohe Kosten und tragen zur Verschmutzung der Meere bei", erklärte Käfer-Rohrbach.

Die hohe Anzahl der Zwischenfälle führen die GDV-Experten auf die zunehmende Größe der Schiffe zurück. Teilweise über 60 Meter breit, richten sich die Containerschiffe auch in unruhiger See sehr schnell wieder auf. Durch die schnelle Bewegung wirken starke Kräfte auf die gestapelten Container, dies kann zu gefährlichen seitlichen Schwingungen führen, dem sogenannten Rollen. Hinzu kommen die großen Angriffsflächen für den Wind an den bis zu zwölf Container hohen Ladungsstapeln.

Der gefährlichen Rollbewegung entgegenwirken könnten laut GDV sogenannte Rolldämpfungstanks, gefüllt mit Ballastwasser. Bislang ist der Einbau solcher Tanks allerdings nicht vorgeschrieben, nur wenige Reedereien statten ihre Schiffe laut GDV mit Rolldämpfungstanks aus.

Der GDV forderte außerdem, die Auslegung der Sicherungssysteme "grundlegend" zu überdenken. Sie müssten der Dimension und den tatsächlichen Seegangseigenschaften der Schiffe angepasst werden. Auch die Qualität und Gewichtsangaben der geladenen Container müsse besser überprüft werden, forderte der GDV.

fho/jm

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