Verschärfte Reisehinweise: Darum greift Deutschland nicht härter gegen Erdogan durch

Die Bundesregierung zeigt Zähne – wenn auch nur ein bisschen.

Verschärfte Reisehinweise und Wirtschaftshilfen auf dem Prüfstand: Die Bundesregierung zeigt nach langer Zurückhaltung Zähne gegenüber der Türkei. Nach Nazi-Vorwürfen, Besuchsverboten und Verhaftungen könnte sie allerdings noch härter durchgreifen, würde man meinen. Sie könnte die Visafreiheit für viele Türken einschränken, die EU-Zollunion mit der Türkei in Frage stellen - oder gar harte Sanktionen verhängen, wie es Kremlchef Wladimir Putin im Streit um den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei tat. Das schmerzte Präsident Recep Tayyip Erdogan so sehr, dass er sich bei Putin sogar entschuldigte. Neun Gründe, warum die Bundesregierung - bislang - dennoch nicht härter durchgreift:

Verhältnismäßigkeit von Sanktionen

Menschenrechtler und Journalisten verhaften ist eine Sache, ein Land zu überfallen eine andere. Nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 und wegen der Militärhilfe für prorussische Separatisten in der Ostukraine beteiligt sich Deutschland an den EU-Sanktionen gegen Moskau. Für die Türkei sind solche Strafmaßnahmen aber noch nicht geplant.

Deutschtürken

Drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben hierzulande, nicht wenige davon sind Anhänger Erdogans. Die seien wichtig für Deutschland, hätten das Land schließlich mit aufgebaut, sagt Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag. „Sie wollen und - da bin ich sicher - werden wir nicht verlieren.“ Deshalb hoffe man weiter auf bessere Beziehungen zur Türkei.

Tourismus

Die Türkei ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Das Auswärtige Amt mahnt die Bürger nun...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung