Verrücktes Spiel - Gladbach rückt auf Platz drei vor

SID
Verrücktes Spiel - Gladbach rückt auf Platz drei vor

Borussia Mönchengladbach ist nach einem verrückten Spiel bei Hertha BSC zumindest für einen Tag auf Rang drei der Fußball-Bundesliga vorgerückt. Die Borussen gewannen am Ende etwas glücklich mit 4:2 (3:1) und blieben erstmals in der laufenden Saison in drei Ligaspielen in Folge ohne Niederlage. 
Nationalspieler Lars Stindl (5.), Thorgan Hazard (14./Handelfmeter) und Raffael (20./77.) trafen vor 48.304 Zuschauern für die Gäste, Vedad Ibisevic (28.) und Mitchell Weiser (70.) verkürzten für die Berliner. Hertha musste nach zwei Spielen ohne Niederlage wieder einen Dämpfer hinnehmen und bewegt sich mittlerweile gefährlich nahe an der Abstiegszone.
Die Hausherren begannen nominell äußerst mutig. Trainer Pal Dardai bot in Ibisevic, Davie Selke, Salomon Kalou und Alexander Esswein vier Offensivkräfte auf. Vielleicht etwas zu riskant, denn schon nach fünf Minuten brannte es hinten lichterloh. Denis Zakaria überlief Weiser und passte klug in die Mitte. Stindl konnte ungestört abschließen, weil Karim Rekik und Arne Maier nur zusahen.
Hertha wirkte hinten indisponiert. Stindl zog in der 13. Minute gefährlich ab, sein Schuss wurde von Rekik abgefälscht - mit der Hand, wie Schiedsrichter Bastian Dankert nach Videobeweis entschied. Die Fans pfiffen, waren sauer, auch wegen der langen Unterbrechung. Doch Hazard ließ sich nicht beirren und verwandelte den Handelfmeter sicher zum 2:0.
Während die Berliner noch benommen über den Platz taumelten, schlug es zum dritten Mal ein. Der Ex-Herthaner Raffael, zuletzt wegen Formschwäche in der Kritik, fasste sich aus 35 Metern ein Herz und jagte den Ball rechts oben in den Winkel - ein Sonntagsschuss am Samstagabend. Hertha war bedient. 0:3 nach 20 Minuten im eigenen Stadion - ein Albtraum.
Doch die Mannschaft um Kapitän Ibisevic kam zurück. In der 30. Minute zog Selke rechts den Sprint an, seinen Pass vergab Ibisevic noch. Beim Nachschuss von Weiser war der Bosnier mit dem Fuß zur Stelle und brachte sein Team auf 1:3 heran.
Jetzt wirkte Gladbach wie gelähmt. Hertha witterte seine Chance, hatte bis zu 70 Prozent Ballbesitz. Ibisevic (39./40.) kam dreimal frei zum Kopfball, scheiterte jeweils knapp. Auch nach dem Wechsel drängten die Hausherren, doch Gladbachs Jannik Vestergaard stellte sich zunächst etwas besser auf Ibisevic ein.
Gladbach selbst lauerte auf Konter, vor allem der pfeilschnelle Hazard entwischte den Berlinern immer wieder, so dass die Partie spannend blieb. Dardai brachte mit Valentino Lazaro einen weiteren Offensivmann, doch es dauerte bis zur 70. Minute, bis Weiser zum 2:3 einschoss. Raffael sorgte wenige Minuten später wieder für klare Verhältnisse.