Vero ist das Anti-Facebook Social Network, über das die ganze Welt spricht

Vero ist das Anti-Facebook Social Network, das iOS und Android erobert. 

Gerade wenn wir gedacht haben, dass es genug Social-Media-Plattformen gibt, die uns von unserer Familie, unseren Freunden und von der Arbeit abhalten, taucht eine neue App auf. Okay, eigentlich ist diese hier nicht wirklich neu. Die App Vero, die ursprünglich bereits 2015 an den Start ging, verzeichnete im Apple App Store einen gewaltigen Zuwachs. Die App kletterte an die Spitze der Top Trends und wurde quasi über Nacht berühmt.  

Der Boom begann am 22. Februar, als ein ganzer Schwall Nutzer aus der Cosplay und Tattoo-Community die App für sich entdeckte. Laut Google Play Store wurde Vero bisher über 500.000 Mal heruntergeladen. Die Zahlen für iOS Downloads sind nicht verfügbar.  

Es scheint, als hätte nicht einmal Vero diesen Ansturm erwartet. Jedes Mal, wenn ich die App benutzt habe, bekam ich irgendeine Fehlermeldung angezeigt. Doch das ist zu erwarten, wenn man bedenkt, wie viele Menschen sich in so kurzer Zeit gleichzeitig anmelden. Das Unternehmen gab an, die Stabilität des Servers so schnell wie möglich verbessern zu wollen.  

Vero, das sowohl für Google Android als auch für Apple iOS verfügbar ist, wirbt damit, eine Art Anti-Facebook zu sein. Vero erklärt in einem Manifest – ja, es gibt wirklich ein Manifest – die Gründe für die Existenz der App als klare Ablehnung dessen, wie andere Social-Media-Plattformen arbeiten. 

Vero bezeichnet sich als wahres Social Network, obwohl wir nicht ganz sicher sind, was das bedeutet.  

Im Gegensatz zu Facebook (FB), Twitter (TWTR) oder Snapchat (SNAP) finanziert sich Vero nicht durch Werbung. Stattdessen gibt es einen Mitgliedsbeitrag. Die erste Million Nutzer können sich jedoch kostenlos anmelden. Vero gab an, in den kommenden Tagen Informationen über die Preisgestaltung und die Nutzerzahlen zu veröffentlichen. Ich konnte mich allerdings ohne Probleme anmelden, was vermutlich bedeutet, dass die Nutzerzahlen noch nicht die Millionengrenze erreicht haben. 

Vero, was auf Latein „Wahrheit“ bedeutet, wurde 2013 vom libanesischen Milliardär Ayman Hariri mitbegründet, dessen Vater der ehemalige libanesische Premierminister Rafic Hariri ist. Man habe sich für ein Abo-System entschieden, um sicherzustellen, dass die Nutzer Kunden sind und keine Werber. 

Das soziale Netzwerk sagt, es werde sich dafür einsetzen, „das beste soziale Erlebnis“ zu liefern, „anstatt zu versuchen, neue Möglichkeiten zu finden, das Verhalten der Nutzer zu monetarisieren oder sie mit Benachrichtigungen zurück in die App zu holen.“  

Wie bei den meisten sozialen Netzwerken gibt es auch bei Vero die Möglichkeit, Bilder, Videos, Links und mehr hochzuladen.  

Bei Vero kann man Freunde in drei verschiedene Gruppen einteilen: Enge Freunde, Freunde und Bekannte. Laut Vero hätten Nutzer damit die Möglichkeit, besser anzupassen, wer ihre Beiträge sehen kann. Wenn Sie also nicht wollen, dass Ihre Bekannten Fotos von der Party am vergangenen Wochenende sehen, können Sie sie nur engen Freunden und Freunden anzeigen lassen. Ihre Kontakte sehen nicht, welcher Gruppe sie zugeordnet wurden.  

Veros Newsfeed basiert darauf, was Ihre Kontakte posten und wird nicht durch einen Algorithmus beeinflusst. Das bedeutet, dass Sie tatsächlich das sehen, was Ihre Freunde veröffentlichen. Es heißt allerdings auch, dass Freunde, die besonders viel posten – und wir alle kennen so jemanden –, mit ihren Beiträgen vermutlich Ihren gesamten Feed überschwemmen werden.  

Das Unternehmen gibt auch sehr offen an, welche persönlichen Daten gesammelt werden und warum. Das kommt offenbar gut an, da Facebook in der Vergangenheit für sein Vorgehen bei der Sammlung von Nutzerdaten und für seine Beweggründe unter Beschuss geriet.  

Vero-Nutzer können verschiedene Beiträge erstellen: von Fotos, Links und Musik über Filme und TV-Sendungen bis zu Bücher und Orten. Sie können aufgrund ihres Folge-Verhaltens auch Sammlungen dieser Dinge erstellen.  

Obwohl Vero im App Store jetzt unter den Trending Apps zu finden ist, gibt es noch nicht so viele Nutzer. Als ich mich angemeldet habe, wurde meine gesamte Kontaktliste durchsucht und es wurden nur fünf Leute gefunden, die die App benutzen. Trotz aller Bemühungen konnte ich weder eine Kardashian noch eine Jenner auf Vero finden. 

Natürlich könnte Vero eine Eintagsfliege sein, so wie viele andere soziale Netzwerke. Erinnern Sie sich an Peach, Google+ oder Ello? Sogar Vine, was heute unter Fans noch einen Kultstatus hat, wurde 2016, vier Jahre nach der Übernahme durch Twitter im Jahr 2012 eingestellt. Was ich sagen will: Social-Media-Plattformen kommen und gehen. Und für jedes Snapchat, das ein Megaerfolg wird, scheint es einige andere zu geben, die es einfach nie schaffen, wirklich massentauglich zu werden.   

Ist Vero gekommen um zu bleiben? Wir werden sehen. 

Daniel Howley