Vernichtende Kritiken für Til Schweigers Remake von “Honig im Kopf” in den USA

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Til Schweigers Film “Honig im Kopf” war ein Riesenerfolg. Das englischsprachige Remake “Head Full of Honey” scheint sich zum absoluten Flop zu entwickeln. (Bild: Getty Images)

“So lustig wie eine Wurzelbehandlung”, schreibt der “Observer” und ist damit nur eine der zahlreichen internationalen Zeitungen, die kein gutes Haar an “Head Full of Honey”, Til Schweigers Remake von “Honig im Kopf”, lassen. Seit dem 4. Dezember ist der Film in vier ausgewählten Kinos in den USA zu sehen.

Der Film “Honig im Kopf“ von Til Schweiger ist einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Darin geht es um den an Alzheimer erkrankten Witwer Amadeus und seiner tröstlichen Verbindung zur elfjährigen Enkelin Tilda. Mit über sieben Millionen Zuschauern spielte der Film 2015 im deutschsprachigen Raum 57 Millionen Euro ein. Das englischsprachige Remake dürfte sich jedoch nicht zu einem derartigen Kassenschlager entwickeln, wenn man der US-Presse vertraut.


“’Amadeus durch die Augen seiner Enkelin zu sehen, gibt uns die Chance eine Beziehung zu erleben, die auf der unvoreingenommenen Liebe eines Kindes basiert.’ – Regisseur Til Schweiger”

Enttäuschung für Til Schweiger

Das hatte sich der erfolgsverwöhnte Til Schweiger sicher anders erhofft: Er steckte viel Geld und Zeit in das hochkarätig besetzte Remake. Die Hauptrolle wird von Nick Nolte gespielt, seine elfjährige Tochter Sophie Lane spielt seine Enkelin. Außerdem hat Schweiger die Filmstars Matt Dillon und Emily Mortimer für das Projekt gewinnen können. In der deutschen Fassung des Films spielten Dieter Hallervorden und Schweigers Tochter Emma die Hauptrollen.

Die “Los Angeles Times” schreibt von einem viel zu langen “Durcheinander, das von einem Menschen mit fehlgeleiteten kreativen Instinkten stammt”. In der “New York Times” wundert man sich über die unlogisch verknüpften Inhalte. “Niemand scheint darüber besorgt zu sein, dass Tilda unbeaufsichtigt mit Amadeus allein gelassen wird.” Til Schweiger verstehe offensichtlich, welch verheerende Auswirkungen die Krankheit Alzheimer habe, was die verstörende Umsetzung im Film umso trostloser mache.


“Ihr letztes gemeinsames Abenteuer wird nicht nur ihr Leben, sondern ihre ganze Familie verändern.”

Schlechte Kritiken gab es auch in Deutschland

Obwohl “Honig im Kopf”, wenn man die Zahlen betrachtet, ein erfolgreicher Film war, gab es auch hierzulande nach dem Filmstart einige schlechte Kritiken. “Die Zeit” schrieb 2015: “Über die Geschichte des Kranken erfährt man am Ende so gut wie nichts, aber das in maximaler Sentimentalität, die nur von sich selbst ergriffen sein will. Man kann das als große filmische Verdrängungsleistung betrachten.”

Trotz der größtenteils negativen US-Kritiken des Remakes, könnte sich “Head Full of Honey” also auch in den USA noch zu einem erfolgreichen Film mausern. Im kommenden Frühjahr können sich dann die deutschen Zuschauer ein eigenes Urteil erlauben – ab dem 21. März 2019 läuft “Head Full of Honey” auch hier im Kino.