Vermutlich Tote durch Ausfall der Notrufnummern in Frankreich

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Die "18" wird in Frankreich bei Verletzungen oder Unfällen gerufen. (Bild: AFP)

Eine technische Panne hat in Frankreich zu einem mehrstündigen Ausfall der Notrufnummern geführt - mit schwerwiegenden Folgen. Nach Angaben der Regierung vom Donnerstag sind vermutlich mindestens drei Todesfälle darauf zurückzuführen. Innenminister Gérald Darmanin nannte die Panne bei dem größten Telekom-Anbieter Orange "gravierend und inakzeptabel".

Notrufnummern sechs Stunden lang nicht erreichbar

Durch den Ausfall waren die Nummern der französischen Rettungsdienste wie die "112" zwischen Mittwochabend um 18 Uhr und Mitternacht landesweit nicht zu erreichen. Auch bei Polizei und Feuerwehr kamen viele Anrufer nicht durch. Innenminister Darmanin sagte, nach bisherigen Erkenntnissen hätten drei Herzkranke nicht rechtzeitig Hilfe holen können. Sein Umfeld bestätigte, dass die drei Menschen gestorben seien.

Der Chef des Telekom-Anbieters Orange, Stéphane Richard, wurde deshalb ins Innenministerium zitiert. Orange - das frühere Staatsunternehmen France Télécom - bat die Kunden für die Panne um Entschuldigung. Techniker arbeiteten "mit Hochdruck daran, die Dienste so bald wie möglich wieder voll zugänglich zu machen", erklärte der Konzern. Einen Hackerangriff schloss ein Insider aus.

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