Vermisster deutscher Radfahrer in Mexiko vermutlich tödlich verunglückt

Bergregion in Chiapas

Zwei in Südmexiko vermisste Radfahrer aus Deutschland und Polen sind offenbar tödlich verunglückt. In einer Schlucht im Bundesstaat Chiapas seien zwei Leichen entdeckt worden, bei denen es sich vermutlich um die beiden seit Wochen Vermissten handele, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer auf einer gefährlichen Straße die Kontrolle über ihre Räder verloren hatten und in die Tiefe stürzten.

Die Schlucht, die sich zwischen den Städten San Cristóbal und Ocosingo befinde, sei etwa 200 Meter tief und die Straße sehr schmal, sagte Staatsanwalt Arturo Liévano dem Radiosender Fórmula. "Das ist eine sehr unfallträchtige Gegend." Radfahren sei dort sehr gefährlich.

Holger Hagenbusch und sein polnischer Begleiter Krzysztof Chmielewski waren auf Weltreise und durchquerten Mexiko mit dem Fahrrad. Im Süden des Landes verlor sich Mitte April ihre Spur. Hagenbuschs Bruder veröffentlichte daraufhin einen Hilfsappell. Via Facebook bat er um Hinweise zum Verbleib des Radfahrers. Holger Hagenbusch befand sich demnach seit vier Jahren auf der Weltreise.

Die erste Leiche fand die Polizei bereits am 26. April, wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte. Aufgrund eines Fotoabgleichs vermuten die Ermittler, dass es sich bei dem Toten um Chmielewski handelt. Die Leiche wies eine Schädelfraktur und mehrere Knochenbrücke auf, die Autopsie ergab aber keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Eine DNA-Test solle Gewissheit bringen, sagte Staatsanwalt Liévano.

Später sei dann die Leiche eines zweiten Mannes entdeckt worden, auf den die Beschreibung der deutschen Botschaft zutreffe. An dem Unglücksort fanden die Ermittler offenbar auch das Fahrrad, mit dem Hagenbusch unterwegs war.

Die mexikanischen Behörden arbeiteten eng mit der deutschen und der polnischen Botschaft zusammen, sagte Staatsanwalt Liévano. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Samstag, der Fall sei bekannt. Die deutsche Botschaft in Mexiko-Stadt stehe in Kontakt mit den örtlichen Behörden und den Angehörigen des Betroffenen.