Vermieter haben Anspruch auf Ersatz an Wohnungsschäden auch ohne Fristsetzung

Bei Schäden an einer Mietwohnung können Besitzer vom Mieter direkt Schadenersatz fordern und müssen keine Frist zur Schadensbehebung einräumen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Vermieter solch einen Schadenersatz noch während der Vermietung oder nach Auszug des Mieters verlangt, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Mittwoch in Karlsruhe verkündeten Urteil entschied. (Az. VIII ZR 157/179)

Im aktuellen Fall hatte ein Vermieter in der Vorinstanz über 5000 Euro Schadenersatz vom Mieter zugebilligt bekommen, weil er nach dessen Auszug feststellte, dass unter anderem mehrere Räume mit Schimmel befallen waren. Eine Frist zu Beseitigung der betreffenden Schäden hatte er dem Mieter, der sieben Jahre in der Wohnung gelebt hatte, zuvor nicht gesetzt.

Dies war dem BGH zufolge auch nicht nötig: Der Mieter sei verpflichtet, die ihm überlassene Wohnung "schonend und pfleglich zu behandeln". Dies sei im Gegensatz zu Schönheitsreparaturen keine "leistungsbezogene Nebenpflicht". Deshalb könne der Vermieter bei Beschädigungen der Mietwohnung vom Mieter statt einer Schadensbeseitigung auch sofort Geldersatz verlangen, ohne dem Mieter zuvor eine Frist zur Schadensbehebung gesetzt zu haben.