"Verlorener Junge": Wird Sanchez zu Uniteds Riesenflop?

Ljubo Herceg
Alexis Sanchez kommt bei Manchester United nicht auf Touren

Im Grunde genommen war es für Alexis Sanchez keine neue Situation.

Der chilenische Torjäger schied wie in den vergangenen Spielzeiten auch in dieser sang- und klanglos aus dem Achtelfinale der Champions League aus. 1:2 hieß es nach Hin-und Rückspiel gegen den FC Sevilla. Allerdings gab es diesmal zwei Unterschiede: Sanchez spielte für Manchester United anstatt für den FC Arsenal. Und er tauchte vollkommen ab anstatt seinem Team eine Hilfe zu sein.

Galt der chilenische Torjäger bei den "Gunners" noch als Alleinunterhalter, so ist er nach dem Tausch-Deal mit Henrikh Mhkitaryan im Januar allenfalls ein Mitläufer bei den "Red Devils".

Kein Wunder, dass sich die Kritik an dem 29-Jährigen mehrt, schließlich verdient er pro Woche 600.000 Pfund. Auf vier Jahre hinaus sind das 150 Millionen Euro. Eine Summe, die ihm der FC Bayern im Sommer 2017 nicht zahlen wollte. Zum Glück, denken sie sich jetzt wohl beim deutschen Rekordmeister.


Sanchez "wie ein verlorener Junge"

Denn in zehn Spielen gelang Sanchez für die Truppe von Jose Mourinho nur ein Tor. Schlappe 16 Schüsse feuerte er ab, sieben davon aufs Tor. Gegen Brighton saß er im FA Cup zudem nur auf der Bank. Ob Mourinho etwa schon die Geduld verloren hat?

Die Daily Mail berichtet von weitaus größeren Problemen. Sanchez gebe innerhalb der Mannschaft eine unglückliche, isolierte Figur ab und esse oftmals allein in der Klubkantine, schreibt das Blatt.

"Er sieht aus wie jemand, der nicht unbedingt hier sein will", wird eine anonyme Quelle von United zitiert: "Das ganze Ding erscheint nicht passend, und er sieht aus wie ein verlorener Junge. Dasselbe wie auch bei Angel Di Maria." 

Der Argentinier war der letzte prominente Südamerikaner gewesen, der sich bei United weder integrieren noch durchsetzen konnte. Für 75 Millionen Euro war er nach der WM 2014 zu den "Red Devils" gekommen - um nur ein Jahr später weiter zu Paris Saint-Germain zu flüchten.

Mourinho gab bereits zähneknirschend zu, dass man gerade "nicht den besten Sanchez" sehe und dass dieser "extrem talentierte Fußballer" erst in der kommenden Saison "neue magische Momente" für United abliefern könne, wenn er ganz angekommen sei.

"Habe Besseres erwartet"


Sanchez übte ebenfalls Selbstkritik: "Da ich anspruchsvoll bin, habe ich etwas Besseres erwartet."

Manchesters Stürmer-Legende Andy Cole ergriff immerhin Partei für den Chilenen: "Alexis Sanchez ist ein fantastischer Spieler. Ich denke manchmal, wenn man etwas zu sehr will, zu verbissen ist, kann das gegen dich arbeiten." Und fügte an: "Ich bin mir sicher, dass er seine Form finden wird."

Ansonsten droht ihm das gleiche Schicksal wie Di Maria.