Verlierer des Jahres? Freiwillige Feuerwehr Kronshagen wehrt sich

Feuerwehrmänner sind Tag und Nacht im Einsatz (Bild: Getty Images)

Weil die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Kronshagen bei einem Brand zerstört wurde, hat das Nachrichtenmagazin “Der Stern” die Feuerwehrmänner zu den “Verlierern des Jahres 2017″ gekürt. Das wollten die Verantwortlichen aber nicht auf sich sitzen lassen und veröffentlichten einen Facebook-Post, der sich gewaschen hat.

“Das kommt davon, wenn zehn Männer mit glimmernder Zigarette im Bett einschlafen”, kommentierte der “Stern” seine Entscheidung, den freiwilligen Feuerwehrmännern aus Kronshagen in Schleswig-Holstein den Titel „Verlierer des Jahres 2017“ zu verleihen. Ihrem Unmut Luft darüber machte die Feuerwehr nun in einem Facebook-Beitrag.

“In Deutschland sind ca. 1 Million Frauen und Männer in einer der fast 23.000 Feuerwehren aktiv. Wir finden, dieser Beitrag ist nicht nur ein Tritt zwischen unsere Beine, sondern ein Tritt zwischen die Beine aller Kameradinnen und Kameraden, die sich bei Wind und Wetter für ihre Nachbarn engagieren“, schreiben die Feuerwehrmänner.

“stern, ist das der Dank dafür, dass die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Kronshagen allein in den ersten 3 Tagen nach dem Feuer über 600 Arbeitsstunden in die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft, der Schulung auf neue Fahrzeuge und ins Aufräumen investiert haben?“, fragen sie weiter.

“Ist das der Dank dafür, dass wir, die Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland unsere Angehörigen zu jeder Tages- und Nachtzeit allein lassen, um anderen Menschen zu helfen? Ist das der Dank dafür, dass wir nach einer Nacht im Einsatz morgen früh trotzdem noch zur Arbeit gehen? Ist das der Dank dafür, dass einige Kameraden den ehrenamtlichen Einsatz mit ihrem Leben bezahlen?“

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Natürlich sei der Großbrand ein “herber Schicksalsschlag” gewesen – heißt es. “Als Verlierer sehen wir uns dennoch nicht”, stellen die Feuerwehrmänner klar. Denn schließlich “ist die Feuerwehr Kronshagen innerhalb weniger Monate wieder vollumfänglich, mit allen Fahrzeugen, einsatzbereit geworden! Mit dem Bezug des neuen Gerätehauses ist im März 2018 zu rechnen. Dies alles war nur möglich, weil alle Beteiligten gemeinsam, eben wie Gewinnertypen, an einem Strang gezogen haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden ist.“

Am 22. Februar 2017 war die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr komplett abgebrannt, der größte Teil des Fuhrparks wurde zerstört, die Einheit war mehrere Monate lang einsatzunfähig. Laut den “Kieler Nachrichten” war vermutlich ein technischer Defekt Auslöser des Brandes.