Verlieren verboten im Top-Duell

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Verlieren verboten im Top-Duell
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Ist dies für Berlin schon die letzte Chance in Köln?

Zwei der Play-off-Kandidaten in der SharkWater GFL Nord sind nach wenigen Wochen der Saison bereits mit zwei Niederlagen belastet. Am Samstag treffen beide in Köln direkt aufeinander (ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im Stream). Für Cologne Crocodiles und Berlin Rebels geht es dabei darum, nicht jetzt schon den Anschluss an die Tabellenspitze vollends zu verlieren.

Berlin erfüllt Erwartungen noch nicht

Vor allem für die Berliner, die vor der Saison eigentlich die im Vergleich zu den Kölnern höheren Erwartungen gehabt hatten. Zwar kassierten sie ihre bisherigen Niederlagen nur gegen Meister Braunschweig, doch auch gegen den Tabellenletzten Kiel war trotz des Sieges die Angriffsleistung nicht auf dem Niveau, das die Rebels sich versprochen hatten. (Alles zur GFL)

Ganz anders sah dies in den ersten drei Spielen in Köln aus. Der Passangriff um Quarterback Christian Strong hatte sich an die Spitze der Ligastatistiken gespielt und die Crocodiles so zu einem Mitanwärter auf die Play-offs gemacht.

Den Dämpfer gab es letzte Woche: Zwar hatte Cheftrainer Patrick Köpper es geschafft, seine Verteidigung gut gegen den starken Potsdamer Laufangriff einzustellen. Doch verblüffte der Gegner mit seiner Passverteidigung und entzauberte Quarterback Strong, dem vier Interceptions unterliefen.

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Möglich ist, dass die Rebels da sich beim Nachbarn in Potsdam ein Erfolgsrezept abgeschaut haben. Auch bei ihnen war in der Vergangenheit meist Verlass gerade auf die Passverteidiger. Haben die Kölner allerdings ihre Lektion gelernt und können im Angriff wieder den Punkte-Turbo zünden (in den ersten beiden Heimspielen waren es 48 bzw. 49 Zähler, die sie holten), ist es fraglich, ob der Berliner Angriff da entsprechend gegenhalten kann. (GFL: Spielplan/Ergebnisse und Tabellen)

Können die Cowboys die Mercenaries ärgern?

Eine ähnliche Konstellation gibt es tags darauf im Sonntagsspiel der Süd-Gruppe, wenn die Marburg Mercenaries die Munich Cowboys empfangen. Die Marburger hatten vor der Saison (wie die Berliner) eigentlich das Ziel, dieses Jahr auf Rang zwei hinter Schwäbisch Hall vorstoßen zu können. Für die Munich Cowboys war (wie für Köln) die Play-off-Teilnahme ein selbst gesetztes Saisonziel, das allgemein als ziemlich optimistisch galt.

Dann fegten die Münchner mit starken Angriffsleistungen in den ersten beiden Heimspielen ihre Gegner aus Frankfurt und Stuttgart förmlich vom Platz. Marburg dagegen verlor schon zweimal zu Hause, gegen Allgäu und selbst gegen Aufsteiger Ravensburg.

Den selben Gegnern mussten sich zwar auch die Münchner bereits beugen, aber beide Male auswärts, und beide Male war man eigentlich über weite Strecken jeweils dicht am Sieg dran. Auch wenn die Münchner sich selbst natürlich gern als Underdog sehen würden, gehen sie in den Vergleich in Marburg da eher als die Favoriten.

Marburg setzt im Angriff auf Quarterback Sonny Weishaupt, der einer von bisher nur vier deutschen Spielmachern ist, die, seit in der GFL Statistiken geführt werden, mehr als 10.000 Yards erworfen haben. Wohl und Wehe hingen für die Mercenaries in der Offense in den ersten Spielen dieser Saison allerdings vor allem von Form und Fitnessgrad von Running Back Marcus Cox ab.

Bei den Münchnern sind in der Offense zwar auch deutsche Routiniers im Einsatz wie Kai Silbermann (bisher vier Touchdowns), aber vieles läuft doch über die Amerikaner.

Quarterback Justin Sottilare sowie Running Back Brandon Watkins (sechsmal bisher in der Endzone) sind aber quasi schon Europäer oder Bayern "ehrenhalber", nachdem sie viele Jahre hier für verschiedene Vereine spielten. Neu hinzugekommen ist dieses Jahr Wide Receiver Michiah Quick, der bei fünf Touchdowns bereits zeigte, dass sein Name Programm ist.

Schwäbisch-Hall vor Pflichtaufgabe

Während die German-Bowl-Finalisten von 2019 aus Schwäbisch Hall und Braunschweig am Samstag vor vermeintlichen "Pflichtaufgaben" gegen Stuttgart sowie Kiel stehen, wird um die Tabellenspitze im Norden in Potsdam gespielt. Die noch ungeschlagenen Potsdam Royals erwarten die Dresden Monarchs, die nach der überraschenden Auftaktniederlage von Köln inzwischen auf Kurs sind und letzte Woche mit dem 35:27 in Braunschweig womöglich den Grundstein zum ersehnten Gruppensieg legten.

Oder können die Potsdamer da zum unverhofften Stolperstein werden? Die Mannschaft von Head Coach Michael Vogt hatte zunächst in zwei Spielen gegen Kiel gezeigt, wie man auch mit laufbetontem Angriffsspiel hohe Siege einfahren kann. Was gegen Köln allein nicht gereicht hätte, doch verblüfften die Royals die Crocodiles prompt mit ungeahnten Qualitäten in der Passverteidigung.

Diese werden sie nun aber auch gegen Dresden brauchen. Gegen Quarterback Kyle Carta-Samuels, der mit seinen Pässen bisher pro Spiel 385,7 Yards Raumgewinn holte, wobei als Receiver der Tscheche Radim Kalous sowie der US-Amerikaner Darrell Stewart Jr. zu etwa je einem Drittel dafür verantwortlich waren, wird man über die volle Spielzeit hellwach bleiben müssen. Meister New Yorker Lions gelang dies in Braunschweig nur beinahe: Binnen weniger als fünf Spielminuten zum Ende der ersten Hälfte machten die Dresdner die drei schnellen Touchdowns, die später nicht mehr aufzuholen waren.

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