Verletzte bei Räumung von Migrantenlager durch Polizei in Nordfrankreich

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Migranten in einem Lager bei Calais (AFP/FRANCOIS LO PRESTI)

Bei Zusammenstößen zwischen Polizistenund Migranten bei der Zwangsräumung eines Flüchtlingslagers in Nordfrankreich hat es mehrere Verletzte gegeben. Rund fünfzehn Beamte seien verletzt worden, erklärte die Präfektur der Region Pas-de-Calais am Donnerstag. Flüchtlingshelfer sprachen ihrerseit von mindestens drei Migranten, die zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden seien.

Die Einsatzkräfte hätten bei der Räumungsaktion "etwa 100 Migranten gegenübergestanden, die eine sehr große Aggressivität an den Tag legten und sich weigerten, den Ort zu verlassen", erklärte die Präfektur. "Die Ordnungskräfte wurden mit zahlreichen Gegenständen beworfen."

Ein Vertreter des Netzwerks Human Rights Observers (HRO) sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Menschen bei Zwangsräumungen "normalerweise" ihre Habseligkeiten mitnehmen dürfen. Doch am Donnerstagmorgen hätten die Sicherheitskräfte angeordnet, "alles zu beschlagnahmen". Bei darauffolgenden Auseinandersetzungen hätten Migranten Steine geworfen und die Polizisten Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt.

Im Norden Frankreichs campieren seit Jahren zahlreiche Migranten, die von dort aus den Ärmelkanal überqueren und nach Großbritannien gelangen wollen. Die französischen Behörden lösen immer wieder irreguläre Lager auf. Seitdem der Zugang zu Fährterminals und dem Kanaltunnel immer weiter erschwert wurde, versuchen immer mehr Migranten, per Boot den Kanal zu überqueren. Dabei geraten Migranten regelmäßig in Seenot, viele kamen bei der gefährlichen Überfahrt schon ums Leben.

pe/cp

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