Mutmaßlicher Anschlag auf Konvoi von palästinensischem Ministerpräsidenten

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Konvoi des palästinensichen Ministerpräsidenten in Gaza

Ein Personenschützer des palästinensischen Ministerpräsidenten (l.) und ein Sicherheitsbeamter der Hamas eskortieren den Konvoi des Politikers beim Verlassen von Gaza Stadt

Bei einem mutmaßlichen Anschlag auf den Autokonvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah im Gazastreifen sind sieben Menschen leicht verletzt worden. Hamdallah sei unverletzt geblieben, sagte ein Sicherheitsvertreter am Dienstag. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach Medienberichten zufolge von einer "feigen Attacke" und machte dafür die radikalislamische Hamas verantwortlich. Die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, machte dagegen indirekt Israel für die Explosion verantwortlich.

Augenzeugen und der Sicherheitsvertreter berichteten, die Explosion habe sich am Dienstagmorgen kurz nach der Einfahrt des Autokonvois in den Gazastreifen ereignet. Begleitet wurde Hamdallah bei seinem Besuch vom palästinensischen Geheimdienstchef Madschid Faradsch, der ebenfalls unverletzt blieb. Ein weiterer Sicherheitsvertreter sagte, der Konvoi sei zeitgleich zu der Explosion beschossen worden. Sicherheitskräfte der Hamas hätten die Gegend dann abgesperrt.

Das Innenministerium der Hamas bestätigte, dass es eine Explosion gegeben habe. Im Zuge einer eingeleiteten Ermittlung seien bereits drei Verdächtige festgenommen worden. Die Hamas verurteilte in einer Stellungnahme den mutmaßlichen Anschlag und teilte mit, er sei von "denselben Händen" begangen worden, die auch für die Ermordung des hochrangigen Hamasführers Masen Fakha im vergangenen Jahr verantwortlich gewesen seien.

Die Hamas hatte Israel die Schuld für Fakhas Tod gegeben. Israel bestritt dies jedoch. Die Hamas kritisierte am Dienstag außerdem Palästinenserpräsident Abbas für seine Vorwürfe, die "die Ziele der Kriminellen" befördern würden.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem mutmaßlichen Anschlag. Im Gazastreifen sind auch radikalislamische Gegner der Hamas aktiv. Sie sind nach weit verbreiteter Einschätzung verantwortlich für einen Anschlag auf den Sicherheitschef der Hamas im Gazastreifen im vergangenen Jahr.

Hamdallah verkürzte nach der Explosion seinen Besuch im Gazastreifen und sagte einige Termine ab. Die Hamas und die Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Abbas sind seit langem verfeindet. Bei den Bemühungen um eine Versöhnung gab es zuletzt wiederholt Rückschläge. Die Hamas hat seit 2007 die Macht im Gazastreifen.

Das Weiße Haus hatte für Dienstag eine Konferenz zu der desaströsen humanitären Lage im Gazastreifen angekündigt. Ob palästinensische Vertreter an dem Treffen teilnehmen würden, war allerdings fraglich. Nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen, hatten die Palästinenser einen Boykott gegenüber Vertretern der US-Regierung ausgerufen.