Verleger: Regierung muss Gedrucktes wie Digitales im Blick haben

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BERLIN (dpa-AFX) - Zeitschriftenverlage fordern von der künftigen Bundesregierung eine Stärkung des Marktumfelds sowohl für ihre gedruckten als auch für ihre digitalen Angebote. Der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Rudolf Thiemann, sagte vor dem Verbandskongress "Publisher's Summit" (Donnerstag) der Deutschen Presse-Agentur: "Gedruckte und digitale Angebote sind für uns gleichermaßen unverzichtbar, nur mit beiden erreichen wir all unsere Leser, und für beide muss die Bundesregierung gute Rahmenbedingungen schaffen."

In der digitalen Transformation müsse eine Millionennachfrage nach gedruckten wie eine Millionennachfrage nach digitalen Zeitschriftenmedien zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen bedient werden können. Thiemann, der auch geschäftsführender Gesellschafter der Liborius-Verlagsgruppe ist, ergänzte: "Dabei werden die unverhältnismäßig steigenden Kosten der Postzustellung zu einem immer größeren Problem. Im Verein mit weiteren Herausforderungen wie etwa den Papierpreisen werden dadurch viele Titel gefährdet." Eine Sicherung wirtschaftlich verkraftbarer Zustellung für alle Pressegattungen sei eine der "wenigen möglichen neutralen, ordnungspolitisch einwandfreien Fördermöglichkeiten".

Die bisherige schwarz-rote Koalition hatte den Verlagen bereits eine Millionenförderung in Aussicht gestellt gehabt. Zunächst war eine Förderung speziell für den Bereich Zustellung gedacht - was von den Verlagen favorisiert war. Sie wurde dann in ihrer konkreten Ausrichtung abgeändert zu einer Hilfe bei der digitalen Transformation in Medienhäusern. Am Ende stampfte der Bund alle Pläne wieder ein. Eine Förderung gab es bislang nicht.

Thiemann betonte vor dem Verbandstreffen "Publisher's Summit" in Berlin mit Blick auf das Digitale: "Insbesondere im Datenschutzrecht, beim Verbraucherschutz und bei der Regulierung der Digitalmonopole sehen wir Gefahren falscher Weichenstellungen."

Beim "Publisher's Summit" wird auch FDP-Chef Christian Lindner für eine Rede erwartet. Zurzeit finden Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP im Bund statt.

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